Mittwoch, 28. November 2018

[Rezension] Der Mann, der einen Wald niederbrannte

Autor/in: Samuel Wallander
Genre: Kurzgeschichten
Seitenzahl: 140
Erhältlich: Amazon
ISBN: 
978-3962815387
Preis: 6,99€ (Taschenbuch)

Verlag: Null Papier
Erscheinungsdatum: 13. September 2018






Klappentext:


Ob alte Nannys, die mit dem Teufel paktieren, Flitterwöchner auf Zombiejagd oder mobbende Raumfahrer – die Protagonisten dieser Geschichten sind immer außergewöhnlich.

Was Ray dazu schreibt:


Bevor ich mit der eigentlichen Rezension anfange, möchte ich die Arbeit dieses Verlages loben. Hinter diesem Verlag sitzt nämlich ein Mann, der (ur)alte Bücher digitalisiert und somit für die Nachwelt erhält. Vielen aufrichtigen Dank dafür!

Nun zum Rezensionsexemplar. Es enthält zwölf wunderbar skurrile Kurzgeschichten, in denen des öfteren gestorben wird. Auch spielt in den meisten die Zeit eine wichtige Rolle nebst den feinen Gemeinheiten des Schicksals. Mein persönlicher Favorit? "Flitterwochen mit Zombies". Der Titel sagt alles, aber auch nichts.

Die anderen elf Kurzgeschichten waren zwar auch wunderbar, aber mein Favorit bediente halt vollkommen meinen Humor. Doch sind nicht alle Geschichten so lustig, wie zum Beispiel "Oswald". Präsident Kennedy darf mal wieder sterben, doch im Hintergrund zu diesem traurigen Ereignis spielt die eigentliche Haupthandlung. 

Jede Kurzgeschichte weist zumindest einen signifikanten Plot Twist auf, der es in sich hat. Dabei tritt auch häufiger der Effekt auf, dass man das Gefühl bekommt, etwas überlesen zu haben. So verbrachte ich deutlich mehr Zeit mit dem Buch. Doch so witzig und überraschend das auch wirken mag.... Manchmal war es frustrierend. WAS IST AUF DEM RAUMSCHIFF PASSIERT? WAS WAR IN DER BOX? Die Fragen begleiten mich bis heute und irgendwann kann ich hoffentlich meine Seelenruhe finden. 

Vom Stil her kann ich nicht meckern. Einige Geschichten waren vom Schreibstil eher trockener, andere lebendiger und wiederum zynischer. Dies brachte eine gewisse Dynamik in die Sache, die mich zum Lesen animiert hat. Der Autor fesselt den Leser also mit mehreren Techniken gleichzeitig an sein Buch, geschickt gemacht. 

Fazit:


"Dieses Buch ist wie eine Packung Pralinen, beim ersten Mal weiß man nicht was drinnen ist." - Brandon Gump

Man muss ganz ehrlich sein: dieses Büchlein ist nicht für jeden Leser. Doch wer einfach mal in eine bunte Mischung hineingreifen will, ist hier bestens bedient. Es gibt was zum Lachen, Staunen und Grummeln. Am Ende wird man mit ein paar offenen Fragen zurückgelassen, doch diesen Preis kann man ruhig eingehen. 


Dienstag, 27. November 2018

[Rezension] Karlchen: Modrichs erster Fall

Autor/in: Thomas Matiszik
Genre: Krimi
Seitenzahl: 242
Erhältlich: 
Amazon
ISBN: 
978-3942672474
Preis: 11,90 € (Taschenbuch), 4,99 € (eBook)

Erscheinungsdatum: 22. August 2016









Klappentext:


Ist der Mensch von Natur aus böse?

Karl Ressler liebt die Bee Gees. Und er tötet, weil es ihm Spaß macht. Schon als Kind schikanierte er seine Umwelt mit perfiden Spielchen, heute quält er seine Opfer bis zum tödlichen Ende.

Als ein Mädchen vermisst wird, eröffnet Kommissar Peer Modrich die Jagd auf „Karlchen“. Allerdings scheint Modrich zu viele Probleme mit sich selbst zu haben – und mit Morbus Meulengracht, der ihm regelmäßig gewaltige Kater beschert. Daher ist es dann auch nicht Modrich, sondern seine Kollegin Guddi, die die Hatz auf Karl Ressler immer wieder vorantreibt. Das blutige Katz- und Mausspiel fordert viele Opfer und steuert in atemberaubendem Tempo auf den dramatischen Showdown zu.

Was Ray dazu schreibt:


Ich erinnere mich daran, als wäre es gestern. Als 400. Like auf Thomas Matisziks Facebook Seite qualifizierte ich mich für ein Printexemplar seines oben gennanten Buches. Paar Tage später lag es auf meinem Schreibtisch. Good times.

Was zeichnet ein gutes Buch aus? Na, man lernt immer was dazu. Ich habe Morbus Meulengracht erst für den Namen eines merkwürdigen Charakters gehalten und wäre nie im Leben darauf gekommen, dass es sich um eine Leberkrankheit handelt. 

Dann habe ich angefangen zu lesen und ... war begeistert! Der Antagonist ist ein hundsgemeiner Mörder, der einige perfide Tricks auf Lager und jede Menge Probleme hat. Der Protagonist hat zwar mindestens genau so viele Probleme, ist aber irgendwie auch verdammt liebenswert. Seine Kollegin brachte ordentlich Pepp in die Handlung und die Lagebesprechungen mit ihren Vorgesetzten waren immer wieder als kleines Highlight zu verbuchen.

Die Handlung ist höchst dynamisch, was auch an den wechselnden Erzählperspektiven liegt. Von Anfang an herrscht eine hohe Spannung, die durch einzelne Spannungsspitzen nochmals auf brutale Art und Weise hervorgehoben wird. Auch der Szenenwechsel, sprich: die Reise des Täters in ein anderes Land, bringt Abwechslung und ungeahnte Handlungsstränge. Auch der Rückblick in die Vergangenheit des Täters ließ mich staunend zurück. 

Einziges Manko: während dieser Krimi / Thriller stets um eine Realitätsnähe bemüht war, gab es eine kurze Szene, die - für meinen Geschmack - diese vollkommen gesprengt hat. 

Fazit:


Das Rad wurde zwar nicht neu erfunden, aber man hält einen grundsoliden und exzellenten Thriller in der Hand. Ich hatte meinen Spaß beim Lesen und werde mir auch in naher Zukunft die nächsten Fälle rund um Herrn Modrich zulegen. Empfehle ich liebend gerne weiter, da es - bis auf das kleine oben erwähnte Manko - keine Mängel gibt, die mich beim Lesen gestört haben. Weiter so!

Sonntag, 25. November 2018

[Bericht / Fotostrecke] Weihnachtsbasar Tierschutzverein Hannover 2018


Was gibt es schöneres als einen harmonischen Familienspaziergang am Samstag? Genau! Einen harmonischen Familienspaziergang am Samstag, bei dem man etwas gutes tut und genau das haben wir getan, als wir den Weihnachtsbasar des Tierschutzvereins Hannover besucht haben. Links gibt es am Ende des Beitrags, also viel Spaß beim Gucken und Lesen!

Donnerstag, 22. November 2018

[Rezension] Der Country Club

Autor/in: Tim Miller
Genre: Festa Extrem
Seitenzahl: 142
Erhältlich: Festa Shop
Preis: 12,99€ (Taschenbuch), 4,99 € (eBook)
Verlag: Festa Verlag
Erscheinungsdatum: 23. November 2018



Verkauf ab 18 Jahren!





Klappentext:


Die Bloggerin Crystal untersucht Urban Legends. Sie glaubt, dass der mysteriöse Country Club wirklich existiert. 

Irgendwo in Texas steht ein großes, streng bewachtes Haus. Schon seit ewigen Zeiten leben Superreiche darin ihre perversesten Fantasien aus. Von ihren Opfern bleiben nur Fetzen übrig. 

Ach Crystal, es ist wirklich eine dumme Idee von dir, in das alte Gemäuer zu schleichen. Du weißt doch: 
EINTRITT NUR FÜR MITGLIEDER

Was Ray dazu schreibt:


Nachdem ich Puppenhaus gelesen habe, das mir doch schon irgendwie gefiel, hatte ich relativ hohe Erwartungen an Der Country Club

Die Handlung beginnt direkt im Club, als wir Denny (Stammkunde mit Zahnarztfetisch) mit seinem Freund Caleb (Neuling mit Skrupeln) beim Betreten des Country Clubs beobachten, DEM Himmel für alle 1-%-er (hach, es wurde schon wieder schnell pseudo-politisch, juchu). 

Danach schwenken wir zu Crystal (Bloggerin mit markanter Nase und anscheinend heiß), Sophie (sportliche Freundin von Crystal, auch heiß) und Joel (ungewaschener, jungfräulicher NERD) ... drei personifizierte Klischees, die auch während ihrer Handlungsreise auch nicht wirklich von diesen losgelöst werden. 

Die Story an sich ist schwach, es wird (wie bereits erwähnt) jede Menge pseudo-politischer Mumpitz von sich gegeben, um den Inhalt aufzubauschen und künstlich in die Länge zu ziehen, die Plot-Twists kommen tatsächlich immer zur richtigen Zeit und sind fast schon zu billig, die Munition endlos, die üblichen Sprüche werden abgelassen (wir wissen alle, dass das was folgt schmerzhaft sein wird...) UND die Schockeffekte bzw. -momente wirken lieblos aufgesetzt, auch wenn sie ein wenig kreativer wirken, als man gewohnt sein dürfte. 

Das Ende lässt selbstverständlich genug Platz, um eine noch viel brutalere Fortsetzung folgen zu lassen, damit man noch ein paar Cent mehr aus diesem Franchise herausquetschen kann. Gepriesen sei der vorausdenkende Autor!

Ansonsten lässt sich sagen, dass es sich flüssig liest und auch vom Stil her nicht schlecht geschrieben ist, bloß - meiner bescheidenen Meinung nach - mangelt es an allem anderen, was mich auch gleich zu unserem Fazit führt.

Fazit:


Der Country Club hat mich enttäuscht, muss ich ganz ehrlich feststellen. Die Handlung an sich schwächelte, die Klischees (gerade bezüglich der Protagonisten) kann ich kaum noch ertragen und insgesamt hat es sich wie ein Z-Teenie-Slasher-Movie gelesen, der ab 22:15 an einem Samstagabend bei Tele5 ausgestrahlt wird. Ich kann es bei bestem Wissen und Gewissen so nicht weiterempfehlen. 



Mittwoch, 21. November 2018

[Rezension] Japanisch für Anfänger

Autor/in: Marc Weiherhof
Genre: humorvolle Gay Romanze
Seitenzahl: 223
Erhältlich: A
mazon
ISBN:  978-1521488171
Preis: 8,99€ (Klappenbroschur), 3,99€ (Ebook)

Erscheinungsdatum: 12. Juni 2017









Klappentext:



Rico, ein äußerst gut aussehender, muskulös gebauter Fitnesstrainer, versteht unter romantischer Liebe bislang lediglich Leistungssport mit möglichst vielen Partnern. Gefühle? Fehlanzeige. Eine Beziehung? Viel zu aufwendig. Doch das ändert sich, als er den verträumten, japanisch stämmigen Hiroshi kennen lernt. Mit seiner liebenswert tollpatschigen Art zieht der Altenpfleger den Coach in seinen Bann. Ein seltsam unbekanntes Gefühl schleicht sich in Ricos Brust. Ist er womöglich von einem tödlichen Virus befallen? Nein, Verliebtheit rafft normalerweise niemanden dahin, außer man macht wirklich alles falsch. „Japanisch für Anfänger“ ist ein humoristisches Feuerwerk gespickt mit großen Emotionen und prickelnder Homoerotik.

Was Denise dazu schreibt:


Hiroshi ist ein sehr liebenswürdiger Mann, der auch sehr tollpatschig sein kann. Er schafft es in aller Regelmäßigkeit in diverse Fettnäpfchen zu treten, wobei er dann seine charakteristische Gesichtsröte zur Schau stellt. Rico ist ein muskulöser Mann, der sich nicht binden möchte und Hiroshis Verhalten echt süß findet. Beide kennen sich, da Hiroshi Altenpfleger ist und sich um Rico's Oma kümmert, sodass sie sich öfters zu sehen bekommen.

Das Cover ist schlicht gehalten und gibt dem Leser eine ungefähre Vorstellung dessen, wie Hiroshi und Rico aussehen könnten. Wenn ich ehrlich bin, mag ich Hiroshi doch ein klein wenig mehr, da er witzig ist und viel Gefühl zeigen kann. Ich konnte mit ihm richtig mitfühlen und hab auch oft mit ihm geweint und gelacht. Heimliches Highlight ist Oma Traudl, die die beiden zu verkuppeln versucht und trotz ihres hohen Alters doch noch ordentlich Pfeffer im Hintern hat.

Der Autor versteht es, seine Figuren authentisch wirken zu lassen. Sie waren mir durch und durch sympathisch. Für mich war es eine Freude mitzulesen, wie beide Protagonisten sich im Laufe der Geschichte ändern, da dies für mich eigentlich zu jeder Geschichte dazugehört. Die Handlung an sich ist witzig, spannend, realistisch und emotional.

Doch so fabelhaft das alles sein mag, regnete es doch auch jede Menge Klischees, gerade was homosexuelle Pärchen angeht. Einer klein, schmächtig, mädchenhaft und passiv, der andere ein durchtrainierter, etwas grober Riese. Auch den Verlauf der Handlung kennt man aus anderen Büchern, das Rad wurde also nicht neu erfunden. 


Fazit:


Bereitet euch auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle vor! Wo Hiroshi und Rico auftauchen bleibt kein Auge trocken. Man will das Buch auch gar nicht mehr weg legen. Marc Weierhof hat so einen leichten und flockigen Schreibstil, der zu jeder Situation passt und nie Fehl am Platze wirkt. Einziges Manko sind die eingebauten Klischees und die wiedererkennbare Handlung, aber darüber kann man getrost hinwegsehen. Denn lieber lese ich ein Buch, in dem sich auf wunderbare Art und Weise an bekannte Abläufe gehalten wurde, anstatt mit total neuen Ansätzen eine literarische Bruchlandung hinzulegen.



Dienstag, 20. November 2018

[Rezension] Der fünfte Magier (Schneeweiß)

Autor/in: Christine Weber
Genre: Fantasy
ISBN978-197-673-2379
Seitenzahl: 444
Veröffentlichung: 18.05.2018
Erhältlich: Amazon

Preis: 14,99 € (Taschenbuch)









Klappentext:


„Als Licht kam ich in diese Welt, 
als Schatten bemächtige ich mich ihrer ...“

Seit der Krieg zwischen den vier Magiern und ihren Drachen die Welt entzweit hat, führt der junge Nomade Sorak fernab jeglicher Machtkämpfe ein friedliches Leben. Als eines Nachts das Unglück über sein Dorf hereinbricht, findet er sich an einem Ort wieder, der nur Schwarz und Weiß zu kennen scheint. Inmitten von Schuldgefühlen und aufgezwungener Verantwortung versucht Sorak, das Lügennetz zu entwirren, das zwischen Freund und Feind bald nicht mehr unterscheiden lässt. Doch die Wurzel allen Übels reicht noch viel tiefer, als selbst die Magier hätten erahnen können …

Eine Geschichte über
Mut und Angst,
Vertrauen und Verrat,
Hoffnung und Verzweiflung
und die Fähigkeit, 
die Dunkelheit im Licht zu sehen.

Was Ray dazu schreibt:


Drachen, Magier, Intrigen und eine gespaltene Welt. Nach diesen vier Stichworten wurde mein Interesse geweckt und - schwupps - war ein neues eBook auf dem Lesegerät von Denisé, das ich mir ab und zu ausleihe. 

Die Autorin erklärt, bei auftretendem Bedarf, in wenigen und verständlichen Worten die Welt, in der wir uns befinden und die Eigenschaften der Einwohner. Der Text ist leicht zu lesen, der Schreibstil flüssig, manchmal wiederholen sich einige Phrasen, doch das stört nicht wirklich (besonders Sorak schweigt gerne verbissen oder erwidert etwas auf schlagfertige Art und Weise). Die Geschichte wird vollständig aus der Sicht des Protagonisten erzählt, wobei hin und wieder eine unheilvolle Präsenz ihre Gedanken preisgibt.

Zur Handlung selbst... Nun... Der Klappentext hält was er verspricht, aber auch nicht mehr. Während Sorak zunächst eher schwach und hilflos erscheint, von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpert und von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, verwandelt er sich innerhalb weniger Seiten in einen starken und entschlossenen Haudegen, der sein Ziel unbedingt und ohne Rücksicht auf Verluste erreichen will.

Die Handlung zog sich dahin, durch ein schier unfassbares Glück war der Protagonist wohl nie wirklich in Gefahr, für die meisten Ereignisse wird eine simple Erklärung nach der anderen aus dem Hut gezaubert und das Gezanke zwischen Sorak und seinem Partner wurde irgendwann langweilig, auch wenn es am Anfang durchaus komisch war.

Pluspunkte gibt es für die nicht klar einzuordnenden Charaktere, die Sorak auf seiner Reise trifft. Er wird wie ein (wertvoller) Spielball behandelt, so richtig schlau wird er aus allem (vorerst) auch nicht und am Ende ... Könnt ihr selber lesen! Ha! 

Fazit:


Wer auf wirklich leichte Fantasy Kost steht und sich einfach nur in eine neue Welt führen lassen möchte, wird mit diesem Werk sicherlich glücklich. Die eigentliche Action findet in dieser Handlung eher in den Gedanken des Protagonistin statt, da er jede Menge  zu verarbeiten hat, als Auserwählter. 

Sonntag, 18. November 2018

[Review] COLD DEAD HANDS - How long would you last?


Author: Jeff Strand
Genre: Thriller
Pages: 73
Available on: Amazon
ASIN: 
B07KFYZWH1
Price: 0,99 € (eBook)

Publisher: Books on Demand
Release date: 12.11.2018








Content:


A vicious attack on a grocery store has turned into a hostage situation. But things are much worse for the ten people hiding in the walk-in freezer...

Rays opinion:


This is my first review of a(n) (e)book in English, so please bear with me. I'm as nervous as I'm excited, because this is one by Jeff Strand. A few years ago when I was an angsty teenager with a lot of free time on his hands, I went to a book store and looked at everything the THRILLER section had to offer. There were loads of uninspiring covers and titles, but there it was: Single White Psychopath Seeks Same. I just knew I had to buy it. Did it speak to me on a personal level? Dunno, but lets focus on the more important aspect: the book I'm trying to review here.
"In the unlikely event that he was a junkie, and he went berserk as junkies sometimes did when a freezer door separated them from their precious drugs, Barry was confident that they could subdue him with very little effort."

Finally owning an eReader feels great and being able to choose from Mr. Strands huge catalogue feels even better. As soon as I heard that a new book is coming out, I knew I had to review it.

The story follows a group of people hidden inside a walk-in freezer of a grocery store, as a couple of maniacs started attacking the customers of said grocery store. They all try to keep their cool (pardon the pun), as they fear what hides behind the door. The 73-page story does not leave a lot of space for proper character introductions and detailed backstories, but that's not a negative point at all. 

Even though it was definitely a quick read, I had tons of fun with it. It's a fast paced, nerve-grinding thriller, filled to the brim with downright cynical humour. I never imagined that a massacre gone wrong could be this amusing. All jokes aside, the further the story progresses, the more threatening the whole situation gets and I felt that. The victims and the kidnappers kept each other updated via ... Twitter! #IAmAHostage #U4Real. I noticed a bit of social criticism lingering between the lines. 

The biggest surprise was, when the attackers reveal their motive for attacking the grocery store. It was supposed to be a political statement, basically to own the libtards, epic style. Ben Shapiro would be proud. 

Conclusion:


All in all, COLD DEAD HANDS is a short, but absolutely fantastic story. While it is all fun, gore and thrill, it actually (and secretly) revolves around a serious political topic, which affects all Americans and has divided the country. For only $ 0,99 an absolute no-brainer. #buythis #libtardscantoutlawfreezers #planB

Freitag, 16. November 2018

[Rezension] Wild Cards - Die Cops von Jokertown


Autor/in: Diverse / George R.R. Martin (Herausgeber)
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 672
Erhältlich: Random House
ISBN: 
978-3-7645-3214-7
Preis: 15,00 € (Taschenbuch)

Verlag: Random House
Erscheinungsdatum: 24.09.2018








Klappentext:


Joker … Das sind von einem außerirdischen Virus Veränderte; Mutanten; Freaks! Sie leben seit 70 Jahren unter den Menschen, und man hat sich an sie gewöhnt. Fast. Denn die meisten der New Yorker Joker leben in Jokertown, einem Ghetto im Süden Manhattans. Dies ist die Geschichte des fünften Polizeireviers, dessen Cops in Jokertown für Recht und Gesetz einstehen. Für manche ist es eine Zuflucht, für andere ein Ärgernis – aber für die meisten ist es die letzte Festung gegen die Freaks!

Was Ray dazu schreibt:


Wenn George R. R. Martin einen bunten Haufen Autoren und Autorinnen um sich herum versammelt, um den Wild Card Epos fortzuführen, dann kann wohl immer von literarischer Qualität ausgegangen werden. Was mich an diesem Buch wirklich überzeugt hat ist, dass ALLE Autoren auf einem hohen Niveau schreiben und trotz der unterschiedlichen Stile alles stimmig wirkt. Wirklich kein Beitrag sticht durch mangelndes Engagement heraus, wobei auch keine durch zu viel Engagement hervorsticht. Hält sich also durchaus die Waage.

Selten äußere ich mich zum Cover, doch diesmal komme ich nicht drum herum. Die Jokertown'sche Polizeimarke prangt auf einem düster, blau gehaltenen Hintergrund. Zu sehen: Haupt-Hauptcharakter Leo, der sich seiner bisher größten Herausforderung stellt. Es gibt also einen guten Vorgeschmack auf den nunmehr folgenden Inhalt.

Kurz zur Story: nach einem Brand im Gerichtsgebäude, wurde ein alter und ungelöster Fall wieder ans Tageslicht befördert. Von diesem Standpunkt aus folgt der Leser einem roten Faden, der zwischen die diversen, ebenfalls für den Hauptplot wichtigen, Kurzgeschichten gespannt ist. 

Es werden unterschiedlichste und in diesen Zeiten relevante Themen aufgegriffen: Korruption, Missbrauch von Staatsgewalt, Schuld und Sühne und Vorurteile gegenüber "Andersartigen". Getragen werden die Kurzgeschichten durch eine Vielzahl interessanter Charaktere, wobei die "Keyplayer" von den jeweiligen Autoren wunderbar ausgestaltet wurden. Des Weiteren bewegen sich viele der auftretenden Figuren in Grauzonen, denn sie sind weder wirklich gut noch böse. Doch diese Stärke ist auch der größten Schwächen des Buches. 

Neben der zweiseitigen Übersicht bezüglich der arbeitenden Cops im Jokertown'schen Polizeirevier gibt es eine noch größere Vielzahl an zwielichtigen Halunken, unglücklichen Leuten, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren, und Familienangehörigen. So viele Namen, Fähigkeiten und Verbindungen, die man sich merken muss, um durch die "Lore" durchzusteigen.

Die Kurzgeschichten sind alle gut portioniert, also genau in der richtigen Länge. Die Mischung ist ebenfalls gut gelungen. Es werden Blicke auf vergangene Ereignisse geworfen, die mit den aktuellen Geschehnissen in Jokertown verbunden sind und der gegenwärtige Stand der Dinge wird durchleuchtet, der mit zunehmender Seitenzahl immer verworrener und mysteriöser wird.  

Laut Klappentext, handelt es sich beim vorliegenden Werk um das erste Buch aus einer Reihe. Doch keine Sorge, die Hauptgeschichte endet mit der letzten Seite und kein fieser Cliffhanger wird euch Nachts den Schlaf rauben, so viel darf gesagt sein.

Fazit:


Selten so einen abwechslungsreichen, spannenden, umfangreichen und lore-haltigen Krimi-Fantasy-Mix gelesen. Bis zur letzten Seite hängt man an dem Buch, doch bedarf es durchaus einiger kurzer Pausen, um das Gelesene erstmal zu verarbeiten. Es bleiben keine Fragen offen am Ende und man hat Lust auf mehr aus dem "Wild Cards" Universum. Pflichtlektüre? »Für Fans klassischer Fantasy ist Wild Cards Pflichtlektüre.« (Subway) und um den Klappentext zitieren zu dürfen: "der perfekte Einstieg in die Welt von Wild Cards.".

Mittwoch, 14. November 2018

[Rezension] Dominik A. Meier - Maschinenengel


Autor/in: Dominik A. Meier
Genre: Dystopie
Seitenzahl: 478
Erhältlich: Amazon
ISBN: 
978-1723937910
Preis: 14,99 € (Taschenbuch), 2,99 € (eBook)

Verlag: /
Erscheinungsdatum: 22.09.2018








Klappentext:


Es gibt keine Helden. Wenn die Dunkelheit über die Menschheit hereinbricht, gibt es keine strahlenden Ritter in der Finsternis und keine Tapferkeit, die Licht in die Nacht bringt, kein Leuchtfeuer der Hoffnung. Dann gibt es nur noch uns. Wir sind der Orden des Weißen Raben, die Milites Ordinis. Mit Feuer und Stahl stellen wir uns den Schrecken, die aus der Hybris der Menschheit geboren wurden. Wir stellen uns Fleisch gewordener Angst und Albträumen, die auf der Erde wandeln. Mein Name ist Rah sechs-sechs-sieben. Diese Bezeichnung ist alles, was ich habe. Mein Leben ist vorgezeichnet und mein Tod steht außer Frage. Ich hatte mich damit abgefunden – bis jetzt. Denn jetzt gibt es Ira in meinem Leben. Eine Adeptin. Ein Maschinenengel.

Was Ray dazu schreibt:


Teils Liebesgeschichte, verpackt in einer düsteren und unvorhersehbaren Handlung, die über das Diesseits hinausgeht und die Grenzen unserer Realität sprengt.
Teils Dystopie, da der Autor eine unsichere, düstere Welt erschuf, in dem das Grauen von Menschenhand geschaffen worden ist.
Zusätzlich ein klein wenig Fantasy, weil die Geschichte einfach fantastisch ist (verzeiht mir das kleine Wortspiel).

Kurzgefasst: Die Menschheit hat es noch immer voll vergeigt, einzelne Individuen durften es ausbaden und wurden ausgebeutet. Allen voran, an der Spitze der Nahrungskette: Der Orden. Was auch immer das Institut ausspuckt, die Jungs und Mädels machen es kaputt. Aus Prinzip. Erst wird geschossen, dann gefragt, wenn überhaupt.

Rah 6-6-7 ist eigentlich ein treuer Ordensanhänger, der als Squadleader eine Gruppe harter Hunde befehligt und auf keinen Fall mit seinem echten Namen angesprochen werden sollte. Ira - eine Adeptin, die zum Maschinenengel werden soll, kämpft nicht nur an seiner Seite, sondern auch mit einer ungewissen Zukunft. Was ein titelgebender Maschinenengel ist? Wird im Buch erklärt, viel Spaß beim Lesen!

Rah und Ira sind zwei wunderbare Protagonisten. Beide haben ihre Vorgeschichte, sind auf vielfältige Weise miteinander verbunden und entwickeln sich prächtig weiter. Es gesellen sich jede Menge skurrile und oftmals kaputte Charaktere hinzu, die alle ihren Teil zur Geschichte beitragen. Von betrunkenen Oberbefehlshabern bis zur impulsiven Panzerfahrerin ist alles dabei (dazu gleich noch ein wenig mehr). Auch bekannte (sofern ihr Tumor gelesen habt, was ihr wirklich auf eure WuLi packen oder direkt beim Autor erwerben solltet, Anm. d. Red.) Gesichter tauchen auf. 

Im Laufe der Handlung - wie bereits erwähnt - lernt man eine große Anzahl an diversen Figuren kennen, wobei die einen eher wichtiger als die anderen sind. Trotzdem bekommt man meistens den Namen sowie ein bis zwei Details mit auf den Weg. Dann verschwinden sie in der literarischen Versenkung, auch wenn sie durchaus sympathisch und liebenswert-merkwürdig waren (ich denke noch immer an die Panzerfrau, deren Namen ich vergessen habe), und werden auch im Laufe der weiteren Handlung nie wieder namentlich erwähnt. Ist das schlimm? Nein. In anderen mehrteiligen Geschichten gibt es gefühlt hunderte Figuren, die sich im unmittelbaren Dunstkreis der Protagonisten aufhalten, von denen man aber nur wenige im Gedächtnis behält. Es kann halt nur manchmal... ganz leicht verwirrend sein, aber das ist Gemecker auf hohem Niveau.

Wer Tumor nicht gelesen hat, sollte sich keine Sorgen machen. Es geht - an einer anderen Baustelle wohlgemerkt - dort weiter, wo Tumor bzw. die Auswirkung des Geschehenen eingesetzt hat (Was da wohl passiert ist, hmm?). Knackige und nicht selten blutige Actionsequenzen wechseln sich mit tiefgründigen, philosophischen und / oder auflockernden, humorvollen und / oder dramatischen Sequenzen ab. Was folgt, weiß man nie so wirklich, denn die Handlung dieses Werkes ist an einigen Stellen unvorhersehbar. Dieses Unvorhersehbare ist wunderbar erfrischend, zumindest für meine Wenigkeit, da man in den sonst so geschriebenen Werken meistens ein alt-bekanntes Plot-Skelett vorgesetzt bekommt, mit den üblichen Verrätern, scheinbar unbezwingbaren Gegenspielern und dem heiß ersehnten Happy End. Ich hatte an einer Stelle kurz die Befürchtung, dass mir ein ähnliches Abenteuer wie das in Tumor angeboten wird (Ja, da, kauft es, diesmal nicht ganz so subtil wie sonst), aber der Textausschnitt war kurz(weilig) und öffnete Tore für dutzende neue Elemente.

Vom Schreibstil her hat sich nicht viel geändert, der Autor glänzt mit seiner detaillierten Beschreibungen und seiner sicheren Geschichtsführung, aber man merkt beim Lesen - sofern man den ersten Teil gelesen hat - , dass der Autor sich doch weiterentwickelt. Einiges ist flüssiger, es gibt weniger Fehlerchen, es wird noch intensiver philosophiert, die angesprochenen Actionsequenzen lesen sich knackiger und auch wenn alles so bitterernst erscheint, besticht der Autor mit kurzen und amüsanten Humoreinlagen (Mr. Flufflebutt, hihi), Kissenschlachten inklusive. 

Fazit:



Maschinenengel ist die gelungene Quasi-Fortsetzung von Tumor. Ein wunderbarer literarischer Begleiter für kühle Herbstabende unter der Kuscheldecke. Ich habe Maske (der Protagonist aus dem ersten Teil, wird nicht erwähnt, aber total cooler Typ) zwar irgendwie vermisst, aber mit Rah als Nachfolger und Ira als bessere Hälfte war ich mehr als zufrieden. Auch mit dem Rest bin ich glücklich geworden und auch wenn es diesmal noch abgedrehter als in Tumor (*hustkaufenhust*) zugeht, hat alles seinen Sinn und ist auf mysteriöse Art und Weise miteinander verflochten. Glasklare Kaufempfehlung (ebenfalls für Tumor, duh)! 

Samstag, 10. November 2018

[Rezension] Black Hand - Jagd auf die erste Mafia New Yorks

Autor/in: Stephan Talty
Genre: Tatsachen Roman 
Seitenzahl: 318
Erhältlich: Suhrkamp Verlagsseite
ISBN: 
978-3-518-46924-8
Preis: 14,95 € (Taschenbuch)
Verlag: Suhrkamp Verlag 
Erscheinungsdatum: 12. November 2018

»Dieses Buch lässt einen Helden und seine Geschichte auferstehen.« - The New York Times 

»Ein außergewöhnlicher Crime-Blockbuster rund um einen wahren amerikanischen Helden.« - Dallas Morning News

»Talty ist ein exzellenter Geschichtenerzähler.« - Kirkus Reviews

Klappentext:


Mit den italienischen Einwanderern sind Kriminelle in die Stadt gekommen, und im Sommer 1903 versinkt New York im Verbrechen: Entführungen, Bombenanschläge, Erpressungen – in großem Stil, verantwortet von einer Organisation: der Black Hand. Gegen sie zieht Joseph Petrosino in den Kampf, er ist der erste italienische Detective New Yorks, seine Methoden knallhart … Stephan Talty erzählt von den Anfängen der amerikanischen Mafia, und dem ersten Mann, der sich ihr entgegenstellt – eine wahre, eine umwerfende Heldengeschichte.

Was Ray dazu schreibt:


Gestatten: Joseph Petrosino, aufgewachsen als Kind italienischer Einwanderer in den Vereinigten Staaten. Petrosino ist ein bewundernswerter Mann: mit einem scharfen Verstand, einem fotografischen Gedächtnis und einem schier unbändigen Willen gesegnet, stellt er sich als einer verbrecherischen Organisation entgegen, die schon vor seiner Geburt gewütet hat: die Black Hand.

Die Black Hand - im Italienischen La Mano Nera - ist eine aus Italien stammende Organisation, die am Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem italienischen Einwanderern in den Vereinigten Staaten das Leben schwer machte. Der Machteinfluss der Gruppierung zog sich durch alle Bevölkerungsschichten, ein Vorgehen dagegen fast unmöglich.

Doch Joseph Petrosino stellte sich diesem Moloch. Auf den über 300 Seiten kann man nachlesen, wie sich erst ein Mann und dann eine auserwählte Gruppe italienischer Polizisten - das Italian Squad - ein episches Duell mit der Black Hand liefern. 


» Die Geschichte hatte allerdings ein Happy End. Nicht nur kam Antonio zurück, sondern auch der Ansturm auf die Bank hörte auf, und Bozzuffis Standhaftigkeit brachte ihm sogar neue Kunden ein. Heute, schrieb die Times, ist der Bankier im Viertel noch angesehener als zuvor. Solche Italienier waren es, für die Petrosino den Kopf hinhielt. « Zitat, Seite 167

Die Handlung ist in relativ kurze Kapitel aufgeteilt worden, doch braucht man viel Zeit die einzelnen Kapitel. Man MUSS dieses Buch aufmerksam lesen, um es vollständig genießen zu können, denn der Leser wird mit etlichen Namen, Orten, Details und Ereignissen bombardiert, der Fluss an Informationen wirkt schier endlos. 

Man liest von den Erfolgen Petrosinos, von den Rückschlägen und Schwierigkeiten, die auch aus den eigenen Reihen stammen, und wie die Opfer der Black Hand sich verhielten  (siehe als Beispiel das oben aufgeführte Zitat). Der Autor beschreibt Petrosino in all seinen Facetten, wirft Blicke in sein Leben außerhalb des Italian Squads und trotz seines Status' als Held, bleibt Petrosino doch vor allem eins: menschlich.

Stephan Talty glänzt mit seiner Liebe zum Detail, zitiert Schlagzeilen, Textausschnitte und Augenzeugenberichte, führte Gespräche mit noch lebenden Familienmitgliedern und gibt auf knapp 20 ( ! ) Seiten die genutzten Quellen und zur Thematik passende Literatur an.  Der Schreibstil ist trocken, ungeschönt und einfach, was jedoch keines Falls als negativer Aspekt zu verbuchen ist, denn dies trägt ungemein zur Authentizität dieses Werkes bei. 

Fazit:


Ich hatte mich für dieses Buch entscheiden, weil ich mir durch den Inhalt und die Beschreibung einen erstklassigen Thriller versprochen habe. Was ich zu lesen bekam war allerdings eine erstklassige Biographie - mit jeder Menge Spannung und Liebe zum Detail. Die Erzählungen wirken authentisch und zeichnen ein detailreiches Bild des damaligen Lebens mit all seinen Schattenseiten. Es ist wohl was dran, wenn man sagt, dass nichts spannender sei als das richtige Leben. 

Übrigens, Petrosinos Leben wird verfilmt! Hauptrolle übernimmt dabei der allseits bekannte Leonardo Dicaprio! 

[Rezension] Kain und Abel 1

Autor/in: Jeffrey Archer 
Genre: Historischer Roman 
Seitenzahl: 736
Erhältlich: Random House
ISBN: 
978-3453422032
Preis: 9,99€ (Taschenbuch)
Verlag: Heyne Verlag 
Erscheinungsdatum: 09. Januar 2018









Klappentext:


Nach russischer Kriegsgefangenschaft gelangt Abel Rosnovski, unehelicher Sohn eines polnischen Adligen, mit einem Auswandererschiff nach Amerika. Dort arbeitet er sich zum Hotelmanager hoch. Sein Schicksal kreuzt sich dramatisch mit dem von William Lowell Kane, Erbe eines gigantischen Vermögens, der zum Bankpräsidenten werden soll. Abel hatte ihn einst bewundert - doch dann nimmt, zurzeit der großen Wirtschaftskrise, ein lebenslänglicher Hass seinen Anfang. 

Was Denise dazu schreibt:


William Kane und Abel Rosnovski sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere, William ein Sohn wohlhabender Bankiers, Abel ein Waisenkind, sein ganzes Leben ein einziges Drama. Abwechselnd liest man von ihren Erlebnissen und auf über 700 Seiten passiert wirklich jede Menge, doch ein erstes Treffen der beiden findet erst relativ spät statt.

Als die beiden sich erneut über den Weg laufen, kommt endlich Schwung in die Sache, doch meiner Meinung nach zu spät. Zwar gibt es auf dem Weg dahin jede Menge politischer Scharmützel, Gefahren und Intrigen zu bewältigen, doch bleibt die Spannungskurve über weite Strecken des Buches flach und schlägt nur gelegentlich in höhere Ebenen aus.

Genau diese Ausschläge waren es, die mich zum Weiterlesen gebracht haben. Ich habe zwar schon ähnlich umfangreiche Bücher gelesen, doch war es bei den meisten stimmiger aufgebaut. Einige Stellen wirkten irgendwie wie grobe Lückenfüller und oberflächliche Zusammenfassungen von eigentlich wichtigen Geschehnissen, andere wiederum lasen sich ausgezeichnet und man merkte die Zuwendung, die der Autor diesem Buch gewidmet hat.

Am Schreibstil an sich, habe ich nichts auszusetzen. Was mir definitiv gefallen hat, war die fortlaufende Entwicklung der beiden Protagonisten. Während sie am Anfang noch sympathisch wirkten, veränderten sie sich mit steigender Macht immer mehr zu deren Nachteil. Darüber war ich gerade bei Abel sehr verwundert, denn ein großer Teil seiner Geschichte dreht sich um Armut, Verlust, Krieg und den Aufstieg aus den unteren Schichten in ein Leben voller Luxus.

Noch besser hat mir die Authentizität der Geschichte gefallen. Es gibt viele Geschichten, die sich in dieser Zeit ansiedeln, doch Herr Archer hat grandios recherchiert und die damaligen Zeiten, mit all ihren Grausamkeiten und Gegebenheiten, wunderbar dargestellt.

Mit dem Ende dieses Buches verlagert sich auch der Fokus auf andere Protagonisten. Man hält dadurch eine vollständig abgeschlossene Geschichte in den Händen und wird nicht mit einem gewaltigen Cliffhanger zurückgelassen, so viel darf geschrieben sein.

Fazit:


Mein erstes Buch von Jeffrey Archer und noch bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich der Reihe weiterfolgen soll oder frühzeitig abbreche. Es sei zu bemerken, dass die bei Heyne erschienene Ausgabe eine vom Autor überarbeitete Fassung ist, die er nach dem Erfolg seiner Clifton-Saga veröffentlicht hat. Ob sich der Autor damit übernommen hat, kann ich nicht klar beurteilen, da ich die Originalfassungen nicht kenne. Ich kann Kain und Abel daher nicht guten Gewissens empfehlen, aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. 

[Rezension] Am Anfang die Schuld

Autor/in: James Oswald 
Originaltitel: The Damage Done
Genre: Thriller
Seitenzahl: 464
Erhältlich: Random House
ISBN: 
978-3442485598
Preis: 8,99€ (Taschenbuch)
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 16. April 2018









Klappentext:


In Edinburgh wird eine von Inspector Tony McLean geleitete Razzia auf ein mutmaßliches Bordell zum peinlichen Fiasko. Doch der Vorfall führt den eigenwilligen Ermittler auch zu einem ungelösten Fall. Denn eines der Zimmer des Gebäudes ruft in McLean Erinnerungen an Headland House wach, ein einschlägiges Etablissement, aus dem er als junger Polizist ein entführtes Mädchen rettete. Wer die Kleine war, oder wer sie dorthin brachte, wurde nie geklärt. Jetzt aber beschleicht McLean ein furchtbarer Verdacht. Fieberhaft sucht er nach Beweisen und stößt dabei auf ein viel größeres Verbrechen …

Was Ray dazu schreibt:


Irgendwie habe ich wohl übersehen, dass es sich bei Am Anfang die Schuld um den sechsten Teil einer Reihe rund um den Inspector Tony McLean handelt. Autsch. Gleichzeitig war eine neue Übersetzerin für diesen Teil zuständig und da ich die vorhergegangenen Episoden nicht kenne, kann ich die Unterschiede nicht konkret beurteilen.

Was ich aber sehr wohl beurteilen kann ist, dass sich etwas nicht richtig angefühlt hat. Die Story wirkte nicht ganz in sich schlüssig, mir kamen immer mehr Fragen auf, die auch bis zum Ende hin nicht beantwortet werden. Wären das Plot-Fragen, wäre es ja noch in Ordnung, da man vielleicht in der nächsten Episode vielleicht eine Antwort bekommt, weil alles wohl irgendwie miteinander zusammenhängt. Doch diesmal waren meine Fragen auch im Gebiet der allgemeinen Logik anzusiedeln, sodass eine Klärung wohl nicht mehr erfolgt. 

Ebenfalls störend waren für mich einige unglaubwürdige Passagen, die ich sonst nur aus schlechten Filmen kenne. Stirnrunzelnd musste ich mich einen Moment lang fangen und das Geschehene hinterfragen. 

Ansonsten wirkte der "Schreibstil" (sollte ich in Zukunft bei übersetzten Werken nur noch in Anführungszeichen bringen, Anm. d. Red.) teilweise recht langatmig, ins Leere hineinlaufend. Es gab keine richtigen Pointen und bei Recherchen rund um die Reihe lernte ich, dass der Autor wohl immer wieder stellenweise seinen echt düsteren Humor mit einfließen lässt. Davon habe ich im vorliegenden Buch wenig mitbekommen. 

Was mir jedoch gefallen hat, war die abwechslungsreiche Handlung. Es geht nicht nur um den Fall aus der Vergangenheit des Detectives, sondern sein Privatleben sowie zwei mordende Halunken werden ebenfalls beleuchtet. Doch das eigentlich Highlight - was für einen Thriller wohl eher als negativ eingestuft werden könnte -  war die Katze des Inspectors. Was für ein knuffiges Tierchen. Auch die charakterliche Entwicklung des Herren McLean gefiel mir, die sich besonders auf seine zwischenmenschlichen Fähigkeiten auswirkt.


Fazit:


Ein Thriller mit wenigen Höhen und mehreren flachen Tiefen. Wenn die Katze des Protagonisten in einem Thriller zum Highlight wird, sollte fast alles gesagt sein. Empfehlen kann ich diese Episode nicht wirklich, da ich selbst nicht hundertprozentig überzeugt davon bin. McLean ist zwar ein durchaus interessanter Charakter, aber dabei bleibt es auch. Der Rest des Kuchens stand schon mehrere Tage im Regal.