Sonntag, 18. November 2018

[Review] COLD DEAD HANDS - How long would you last?


Author: Jeff Strand
Genre: Thriller
Pages: 73
Available on: Amazon
ASIN: 
B07KFYZWH1
Price: 0,99 € (eBook)

Publisher: Books on Demand
Release date: 12.11.2018








Content:


A vicious attack on a grocery store has turned into a hostage situation. But things are much worse for the ten people hiding in the walk-in freezer...

Rays opinion:


This is my first review of a(n) (e)book in English, so please bear with me. I'm as nervous as I'm excited, because this is one by Jeff Strand. A few years ago when I was an angsty teenager with a lot of free time on his hands, I went to a book store and looked at everything the THRILLER section had to offer. There were loads of uninspiring covers and titles, but there it was: Single White Psychopath Seeks Same. I just knew I had to buy it. Did it speak to me on a personal level? Dunno, but lets focus on the more important aspect: the book I'm trying to review here.
"In the unlikely event that he was a junkie, and he went berserk as junkies sometimes did when a freezer door separated them from their precious drugs, Barry was confident that they could subdue him with very little effort."

Finally owning an eReader feels great and being able to choose from Mr. Strands huge catalogue feels even better. As soon as I heard that a new book is coming out, I knew I had to review it.

The story follows a group of people hidden inside a walk-in freezer of a grocery store, as a couple of maniacs started attacking the customers of said grocery store. They all try to keep their cool (pardon the pun), as they fear what hides behind the door. The 73-page story does not leave a lot of space for proper character introductions and detailed backstories, but that's not a negative point at all. 

Even though it was definitely a quick read, I had tons of fun with it. It's a fast paced, nerve-grinding thriller, filled to the brim with downright cynical humour. I never imagined that a massacre gone wrong could be this amusing. All jokes aside, the further the story progresses, the more threatening the whole situation gets and I felt that. The victims and the kidnappers kept each other updated via ... Twitter! #IAmAHostage #U4Real. I noticed a bit of social criticism lingering between the lines. 

The biggest surprise was, when the attackers reveal their motive for attacking the grocery store. It was supposed to be a political statement, basically to own the libtards, epic style. Ben Shapiro would be proud. 

Conclusion:


All in all, COLD DEAD HANDS is a short, but absolutely fantastic story. While it is all fun, gore and thrill, it actually (and secretly) revolves around a serious political topic, which affects all Americans and has divided the country. For only $ 0,99 an absolute no-brainer. #buythis #libtardscantoutlawfreezers #planB

Freitag, 16. November 2018

[Rezension] Wild Cards - Die Cops von Jokertown


Autor/in: Diverse / George R.R. Martin (Herausgeber)
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 672
Erhältlich: Random House
ISBN: 
978-3-7645-3214-7
Preis: 15,00 € (Taschenbuch)

Verlag: Random House
Erscheinungsdatum: 24.09.2018








Klappentext:


Joker … Das sind von einem außerirdischen Virus Veränderte; Mutanten; Freaks! Sie leben seit 70 Jahren unter den Menschen, und man hat sich an sie gewöhnt. Fast. Denn die meisten der New Yorker Joker leben in Jokertown, einem Ghetto im Süden Manhattans. Dies ist die Geschichte des fünften Polizeireviers, dessen Cops in Jokertown für Recht und Gesetz einstehen. Für manche ist es eine Zuflucht, für andere ein Ärgernis – aber für die meisten ist es die letzte Festung gegen die Freaks!

Was Ray dazu schreibt:


Wenn George R. R. Martin einen bunten Haufen Autoren und Autorinnen um sich herum versammelt, um den Wild Card Epos fortzuführen, dann kann wohl immer von literarischer Qualität ausgegangen werden. Was mich an diesem Buch wirklich überzeugt hat ist, dass ALLE Autoren auf einem hohen Niveau schreiben und trotz der unterschiedlichen Stile alles stimmig wirkt. Wirklich kein Beitrag sticht durch mangelndes Engagement heraus, wobei auch keine durch zu viel Engagement hervorsticht. Hält sich also durchaus die Waage.

Selten äußere ich mich zum Cover, doch diesmal komme ich nicht drum herum. Die Jokertown'sche Polizeimarke prangt auf einem düster, blau gehaltenen Hintergrund. Zu sehen: Haupt-Hauptcharakter Leo, der sich seiner bisher größten Herausforderung stellt. Es gibt also einen guten Vorgeschmack auf den nunmehr folgenden Inhalt.

Kurz zur Story: nach einem Brand im Gerichtsgebäude, wurde ein alter und ungelöster Fall wieder ans Tageslicht befördert. Von diesem Standpunkt aus folgt der Leser einem roten Faden, der zwischen die diversen, ebenfalls für den Hauptplot wichtigen, Kurzgeschichten gespannt ist. 

Es werden unterschiedlichste und in diesen Zeiten relevante Themen aufgegriffen: Korruption, Missbrauch von Staatsgewalt, Schuld und Sühne und Vorurteile gegenüber "Andersartigen". Getragen werden die Kurzgeschichten durch eine Vielzahl interessanter Charaktere, wobei die "Keyplayer" von den jeweiligen Autoren wunderbar ausgestaltet wurden. Des Weiteren bewegen sich viele der auftretenden Figuren in Grauzonen, denn sie sind weder wirklich gut noch böse. Doch diese Stärke ist auch der größten Schwächen des Buches. 

Neben der zweiseitigen Übersicht bezüglich der arbeitenden Cops im Jokertown'schen Polizeirevier gibt es eine noch größere Vielzahl an zwielichtigen Halunken, unglücklichen Leuten, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren, und Familienangehörigen. So viele Namen, Fähigkeiten und Verbindungen, die man sich merken muss, um durch die "Lore" durchzusteigen.

Die Kurzgeschichten sind alle gut portioniert, also genau in der richtigen Länge. Die Mischung ist ebenfalls gut gelungen. Es werden Blicke auf vergangene Ereignisse geworfen, die mit den aktuellen Geschehnissen in Jokertown verbunden sind und der gegenwärtige Stand der Dinge wird durchleuchtet, der mit zunehmender Seitenzahl immer verworrener und mysteriöser wird.  

Laut Klappentext, handelt es sich beim vorliegenden Werk um das erste Buch aus einer Reihe. Doch keine Sorge, die Hauptgeschichte endet mit der letzten Seite und kein fieser Cliffhanger wird euch Nachts den Schlaf rauben, so viel darf gesagt sein.

Fazit:


Selten so einen abwechslungsreichen, spannenden, umfangreichen und lore-haltigen Krimi-Fantasy-Mix gelesen. Bis zur letzten Seite hängt man an dem Buch, doch bedarf es durchaus einiger kurzer Pausen, um das Gelesene erstmal zu verarbeiten. Es bleiben keine Fragen offen am Ende und man hat Lust auf mehr aus dem "Wild Cards" Universum. Pflichtlektüre? »Für Fans klassischer Fantasy ist Wild Cards Pflichtlektüre.« (Subway) und um den Klappentext zitieren zu dürfen: "der perfekte Einstieg in die Welt von Wild Cards.".

Mittwoch, 14. November 2018

[Rezension] Dominik A. Meier - Maschinenengel


Autor/in: Dominik A. Meier
Genre: Dystopie
Seitenzahl: 478
Erhältlich: Amazon
ISBN: 
978-1723937910
Preis: 14,99 € (Taschenbuch), 2,99 € (eBook)

Verlag: /
Erscheinungsdatum: 22.09.2018








Klappentext:


Es gibt keine Helden. Wenn die Dunkelheit über die Menschheit hereinbricht, gibt es keine strahlenden Ritter in der Finsternis und keine Tapferkeit, die Licht in die Nacht bringt, kein Leuchtfeuer der Hoffnung. Dann gibt es nur noch uns. Wir sind der Orden des Weißen Raben, die Milites Ordinis. Mit Feuer und Stahl stellen wir uns den Schrecken, die aus der Hybris der Menschheit geboren wurden. Wir stellen uns Fleisch gewordener Angst und Albträumen, die auf der Erde wandeln. Mein Name ist Rah sechs-sechs-sieben. Diese Bezeichnung ist alles, was ich habe. Mein Leben ist vorgezeichnet und mein Tod steht außer Frage. Ich hatte mich damit abgefunden – bis jetzt. Denn jetzt gibt es Ira in meinem Leben. Eine Adeptin. Ein Maschinenengel.

Was Ray dazu schreibt:


Teils Liebesgeschichte, verpackt in einer düsteren und unvorhersehbaren Handlung, die über das Diesseits hinausgeht und die Grenzen unserer Realität sprengt.
Teils Dystopie, da der Autor eine unsichere, düstere Welt erschuf, in dem das Grauen von Menschenhand geschaffen worden ist.
Zusätzlich ein klein wenig Fantasy, weil die Geschichte einfach fantastisch ist (verzeiht mir das kleine Wortspiel).

Kurzgefasst: Die Menschheit hat es noch immer voll vergeigt, einzelne Individuen durften es ausbaden und wurden ausgebeutet. Allen voran, an der Spitze der Nahrungskette: Der Orden. Was auch immer das Institut ausspuckt, die Jungs und Mädels machen es kaputt. Aus Prinzip. Erst wird geschossen, dann gefragt, wenn überhaupt.

Rah 6-6-7 ist eigentlich ein treuer Ordensanhänger, der als Squadleader eine Gruppe harter Hunde befehligt und auf keinen Fall mit seinem echten Namen angesprochen werden sollte. Ira - eine Adeptin, die zum Maschinenengel werden soll, kämpft nicht nur an seiner Seite, sondern auch mit einer ungewissen Zukunft. Was ein titelgebender Maschinenengel ist? Wird im Buch erklärt, viel Spaß beim Lesen!

Rah und Ira sind zwei wunderbare Protagonisten. Beide haben ihre Vorgeschichte, sind auf vielfältige Weise miteinander verbunden und entwickeln sich prächtig weiter. Es gesellen sich jede Menge skurrile und oftmals kaputte Charaktere hinzu, die alle ihren Teil zur Geschichte beitragen. Von betrunkenen Oberbefehlshabern bis zur impulsiven Panzerfahrerin ist alles dabei (dazu gleich noch ein wenig mehr). Auch bekannte (sofern ihr Tumor gelesen habt, was ihr wirklich auf eure WuLi packen oder direkt beim Autor erwerben solltet, Anm. d. Red.) Gesichter tauchen auf. 

Im Laufe der Handlung - wie bereits erwähnt - lernt man eine große Anzahl an diversen Figuren kennen, wobei die einen eher wichtiger als die anderen sind. Trotzdem bekommt man meistens den Namen sowie ein bis zwei Details mit auf den Weg. Dann verschwinden sie in der literarischen Versenkung, auch wenn sie durchaus sympathisch und liebenswert-merkwürdig waren (ich denke noch immer an die Panzerfrau, deren Namen ich vergessen habe), und werden auch im Laufe der weiteren Handlung nie wieder namentlich erwähnt. Ist das schlimm? Nein. In anderen mehrteiligen Geschichten gibt es gefühlt hunderte Figuren, die sich im unmittelbaren Dunstkreis der Protagonisten aufhalten, von denen man aber nur wenige im Gedächtnis behält. Es kann halt nur manchmal... ganz leicht verwirrend sein, aber das ist Gemecker auf hohem Niveau.

Wer Tumor nicht gelesen hat, sollte sich keine Sorgen machen. Es geht - an einer anderen Baustelle wohlgemerkt - dort weiter, wo Tumor bzw. die Auswirkung des Geschehenen eingesetzt hat (Was da wohl passiert ist, hmm?). Knackige und nicht selten blutige Actionsequenzen wechseln sich mit tiefgründigen, philosophischen und / oder auflockernden, humorvollen und / oder dramatischen Sequenzen ab. Was folgt, weiß man nie so wirklich, denn die Handlung dieses Werkes ist an einigen Stellen unvorhersehbar. Dieses Unvorhersehbare ist wunderbar erfrischend, zumindest für meine Wenigkeit, da man in den sonst so geschriebenen Werken meistens ein alt-bekanntes Plot-Skelett vorgesetzt bekommt, mit den üblichen Verrätern, scheinbar unbezwingbaren Gegenspielern und dem heiß ersehnten Happy End. Ich hatte an einer Stelle kurz die Befürchtung, dass mir ein ähnliches Abenteuer wie das in Tumor angeboten wird (Ja, da, kauft es, diesmal nicht ganz so subtil wie sonst), aber der Textausschnitt war kurz(weilig) und öffnete Tore für dutzende neue Elemente.

Vom Schreibstil her hat sich nicht viel geändert, der Autor glänzt mit seiner detaillierten Beschreibungen und seiner sicheren Geschichtsführung, aber man merkt beim Lesen - sofern man den ersten Teil gelesen hat - , dass der Autor sich doch weiterentwickelt. Einiges ist flüssiger, es gibt weniger Fehlerchen, es wird noch intensiver philosophiert, die angesprochenen Actionsequenzen lesen sich knackiger und auch wenn alles so bitterernst erscheint, besticht der Autor mit kurzen und amüsanten Humoreinlagen (Mr. Flufflebutt, hihi), Kissenschlachten inklusive. 

Fazit:



Maschinenengel ist die gelungene Quasi-Fortsetzung von Tumor. Ein wunderbarer literarischer Begleiter für kühle Herbstabende unter der Kuscheldecke. Ich habe Maske (der Protagonist aus dem ersten Teil, wird nicht erwähnt, aber total cooler Typ) zwar irgendwie vermisst, aber mit Rah als Nachfolger und Ira als bessere Hälfte war ich mehr als zufrieden. Auch mit dem Rest bin ich glücklich geworden und auch wenn es diesmal noch abgedrehter als in Tumor (*hustkaufenhust*) zugeht, hat alles seinen Sinn und ist auf mysteriöse Art und Weise miteinander verflochten. Glasklare Kaufempfehlung (ebenfalls für Tumor, duh)! 

Samstag, 10. November 2018

[Rezension] Black Hand - Jagd auf die erste Mafia New Yorks

Autor/in: Stephan Talty
Genre: Tatsachen Roman 
Seitenzahl: 318
Erhältlich: Suhrkamp Verlagsseite
ISBN: 
978-3-518-46924-8
Preis: 14,95 € (Taschenbuch)
Verlag: Suhrkamp Verlag 
Erscheinungsdatum: 12. November 2018

»Dieses Buch lässt einen Helden und seine Geschichte auferstehen.« - The New York Times 

»Ein außergewöhnlicher Crime-Blockbuster rund um einen wahren amerikanischen Helden.« - Dallas Morning News

»Talty ist ein exzellenter Geschichtenerzähler.« - Kirkus Reviews

Klappentext:


Mit den italienischen Einwanderern sind Kriminelle in die Stadt gekommen, und im Sommer 1903 versinkt New York im Verbrechen: Entführungen, Bombenanschläge, Erpressungen – in großem Stil, verantwortet von einer Organisation: der Black Hand. Gegen sie zieht Joseph Petrosino in den Kampf, er ist der erste italienische Detective New Yorks, seine Methoden knallhart … Stephan Talty erzählt von den Anfängen der amerikanischen Mafia, und dem ersten Mann, der sich ihr entgegenstellt – eine wahre, eine umwerfende Heldengeschichte.

Was Ray dazu schreibt:


Gestatten: Joseph Petrosino, aufgewachsen als Kind italienischer Einwanderer in den Vereinigten Staaten. Petrosino ist ein bewundernswerter Mann: mit einem scharfen Verstand, einem fotografischen Gedächtnis und einem schier unbändigen Willen gesegnet, stellt er sich als einer verbrecherischen Organisation entgegen, die schon vor seiner Geburt gewütet hat: die Black Hand.

Die Black Hand - im Italienischen La Mano Nera - ist eine aus Italien stammende Organisation, die am Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem italienischen Einwanderern in den Vereinigten Staaten das Leben schwer machte. Der Machteinfluss der Gruppierung zog sich durch alle Bevölkerungsschichten, ein Vorgehen dagegen fast unmöglich.

Doch Joseph Petrosino stellte sich diesem Moloch. Auf den über 300 Seiten kann man nachlesen, wie sich erst ein Mann und dann eine auserwählte Gruppe italienischer Polizisten - das Italian Squad - ein episches Duell mit der Black Hand liefern. 


» Die Geschichte hatte allerdings ein Happy End. Nicht nur kam Antonio zurück, sondern auch der Ansturm auf die Bank hörte auf, und Bozzuffis Standhaftigkeit brachte ihm sogar neue Kunden ein. Heute, schrieb die Times, ist der Bankier im Viertel noch angesehener als zuvor. Solche Italienier waren es, für die Petrosino den Kopf hinhielt. « Zitat, Seite 167

Die Handlung ist in relativ kurze Kapitel aufgeteilt worden, doch braucht man viel Zeit die einzelnen Kapitel. Man MUSS dieses Buch aufmerksam lesen, um es vollständig genießen zu können, denn der Leser wird mit etlichen Namen, Orten, Details und Ereignissen bombardiert, der Fluss an Informationen wirkt schier endlos. 

Man liest von den Erfolgen Petrosinos, von den Rückschlägen und Schwierigkeiten, die auch aus den eigenen Reihen stammen, und wie die Opfer der Black Hand sich verhielten  (siehe als Beispiel das oben aufgeführte Zitat). Der Autor beschreibt Petrosino in all seinen Facetten, wirft Blicke in sein Leben außerhalb des Italian Squads und trotz seines Status' als Held, bleibt Petrosino doch vor allem eins: menschlich.

Stephan Talty glänzt mit seiner Liebe zum Detail, zitiert Schlagzeilen, Textausschnitte und Augenzeugenberichte, führte Gespräche mit noch lebenden Familienmitgliedern und gibt auf knapp 20 ( ! ) Seiten die genutzten Quellen und zur Thematik passende Literatur an.  Der Schreibstil ist trocken, ungeschönt und einfach, was jedoch keines Falls als negativer Aspekt zu verbuchen ist, denn dies trägt ungemein zur Authentizität dieses Werkes bei. 

Fazit:


Ich hatte mich für dieses Buch entscheiden, weil ich mir durch den Inhalt und die Beschreibung einen erstklassigen Thriller versprochen habe. Was ich zu lesen bekam war allerdings eine erstklassige Biographie - mit jeder Menge Spannung und Liebe zum Detail. Die Erzählungen wirken authentisch und zeichnen ein detailreiches Bild des damaligen Lebens mit all seinen Schattenseiten. Es ist wohl was dran, wenn man sagt, dass nichts spannender sei als das richtige Leben. 

Übrigens, Petrosinos Leben wird verfilmt! Hauptrolle übernimmt dabei der allseits bekannte Leonardo Dicaprio! 

[Rezension] Kain und Abel 1

Autor/in: Jeffrey Archer 
Genre: Historischer Roman 
Seitenzahl: 736
Erhältlich: Random House
ISBN: 
978-3453422032
Preis: 9,99€ (Taschenbuch)
Verlag: Heyne Verlag 
Erscheinungsdatum: 09. Januar 2018









Klappentext:


Nach russischer Kriegsgefangenschaft gelangt Abel Rosnovski, unehelicher Sohn eines polnischen Adligen, mit einem Auswandererschiff nach Amerika. Dort arbeitet er sich zum Hotelmanager hoch. Sein Schicksal kreuzt sich dramatisch mit dem von William Lowell Kane, Erbe eines gigantischen Vermögens, der zum Bankpräsidenten werden soll. Abel hatte ihn einst bewundert - doch dann nimmt, zurzeit der großen Wirtschaftskrise, ein lebenslänglicher Hass seinen Anfang. 

Was Denise dazu schreibt:


William Kane und Abel Rosnovski sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere, William ein Sohn wohlhabender Bankiers, Abel ein Waisenkind, sein ganzes Leben ein einziges Drama. Abwechselnd liest man von ihren Erlebnissen und auf über 700 Seiten passiert wirklich jede Menge, doch ein erstes Treffen der beiden findet erst relativ spät statt.

Als die beiden sich erneut über den Weg laufen, kommt endlich Schwung in die Sache, doch meiner Meinung nach zu spät. Zwar gibt es auf dem Weg dahin jede Menge politischer Scharmützel, Gefahren und Intrigen zu bewältigen, doch bleibt die Spannungskurve über weite Strecken des Buches flach und schlägt nur gelegentlich in höhere Ebenen aus.

Genau diese Ausschläge waren es, die mich zum Weiterlesen gebracht haben. Ich habe zwar schon ähnlich umfangreiche Bücher gelesen, doch war es bei den meisten stimmiger aufgebaut. Einige Stellen wirkten irgendwie wie grobe Lückenfüller und oberflächliche Zusammenfassungen von eigentlich wichtigen Geschehnissen, andere wiederum lasen sich ausgezeichnet und man merkte die Zuwendung, die der Autor diesem Buch gewidmet hat.

Am Schreibstil an sich, habe ich nichts auszusetzen. Was mir definitiv gefallen hat, war die fortlaufende Entwicklung der beiden Protagonisten. Während sie am Anfang noch sympathisch wirkten, veränderten sie sich mit steigender Macht immer mehr zu deren Nachteil. Darüber war ich gerade bei Abel sehr verwundert, denn ein großer Teil seiner Geschichte dreht sich um Armut, Verlust, Krieg und den Aufstieg aus den unteren Schichten in ein Leben voller Luxus.

Noch besser hat mir die Authentizität der Geschichte gefallen. Es gibt viele Geschichten, die sich in dieser Zeit ansiedeln, doch Herr Archer hat grandios recherchiert und die damaligen Zeiten, mit all ihren Grausamkeiten und Gegebenheiten, wunderbar dargestellt.

Mit dem Ende dieses Buches verlagert sich auch der Fokus auf andere Protagonisten. Man hält dadurch eine vollständig abgeschlossene Geschichte in den Händen und wird nicht mit einem gewaltigen Cliffhanger zurückgelassen, so viel darf geschrieben sein.

Fazit:


Mein erstes Buch von Jeffrey Archer und noch bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich der Reihe weiterfolgen soll oder frühzeitig abbreche. Es sei zu bemerken, dass die bei Heyne erschienene Ausgabe eine vom Autor überarbeitete Fassung ist, die er nach dem Erfolg seiner Clifton-Saga veröffentlicht hat. Ob sich der Autor damit übernommen hat, kann ich nicht klar beurteilen, da ich die Originalfassungen nicht kenne. Ich kann Kain und Abel daher nicht guten Gewissens empfehlen, aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. 

[Rezension] Am Anfang die Schuld

Autor/in: James Oswald 
Originaltitel: The Damage Done
Genre: Thriller
Seitenzahl: 464
Erhältlich: Random House
ISBN: 
978-3442485598
Preis: 8,99€ (Taschenbuch)
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 16. April 2018









Klappentext:


In Edinburgh wird eine von Inspector Tony McLean geleitete Razzia auf ein mutmaßliches Bordell zum peinlichen Fiasko. Doch der Vorfall führt den eigenwilligen Ermittler auch zu einem ungelösten Fall. Denn eines der Zimmer des Gebäudes ruft in McLean Erinnerungen an Headland House wach, ein einschlägiges Etablissement, aus dem er als junger Polizist ein entführtes Mädchen rettete. Wer die Kleine war, oder wer sie dorthin brachte, wurde nie geklärt. Jetzt aber beschleicht McLean ein furchtbarer Verdacht. Fieberhaft sucht er nach Beweisen und stößt dabei auf ein viel größeres Verbrechen …

Was Ray dazu schreibt:


Irgendwie habe ich wohl übersehen, dass es sich bei Am Anfang die Schuld um den sechsten Teil einer Reihe rund um den Inspector Tony McLean handelt. Autsch. Gleichzeitig war eine neue Übersetzerin für diesen Teil zuständig und da ich die vorhergegangenen Episoden nicht kenne, kann ich die Unterschiede nicht konkret beurteilen.

Was ich aber sehr wohl beurteilen kann ist, dass sich etwas nicht richtig angefühlt hat. Die Story wirkte nicht ganz in sich schlüssig, mir kamen immer mehr Fragen auf, die auch bis zum Ende hin nicht beantwortet werden. Wären das Plot-Fragen, wäre es ja noch in Ordnung, da man vielleicht in der nächsten Episode vielleicht eine Antwort bekommt, weil alles wohl irgendwie miteinander zusammenhängt. Doch diesmal waren meine Fragen auch im Gebiet der allgemeinen Logik anzusiedeln, sodass eine Klärung wohl nicht mehr erfolgt. 

Ebenfalls störend waren für mich einige unglaubwürdige Passagen, die ich sonst nur aus schlechten Filmen kenne. Stirnrunzelnd musste ich mich einen Moment lang fangen und das Geschehene hinterfragen. 

Ansonsten wirkte der "Schreibstil" (sollte ich in Zukunft bei übersetzten Werken nur noch in Anführungszeichen bringen, Anm. d. Red.) teilweise recht langatmig, ins Leere hineinlaufend. Es gab keine richtigen Pointen und bei Recherchen rund um die Reihe lernte ich, dass der Autor wohl immer wieder stellenweise seinen echt düsteren Humor mit einfließen lässt. Davon habe ich im vorliegenden Buch wenig mitbekommen. 

Was mir jedoch gefallen hat, war die abwechslungsreiche Handlung. Es geht nicht nur um den Fall aus der Vergangenheit des Detectives, sondern sein Privatleben sowie zwei mordende Halunken werden ebenfalls beleuchtet. Doch das eigentlich Highlight - was für einen Thriller wohl eher als negativ eingestuft werden könnte -  war die Katze des Inspectors. Was für ein knuffiges Tierchen. Auch die charakterliche Entwicklung des Herren McLean gefiel mir, die sich besonders auf seine zwischenmenschlichen Fähigkeiten auswirkt.


Fazit:


Ein Thriller mit wenigen Höhen und mehreren flachen Tiefen. Wenn die Katze des Protagonisten in einem Thriller zum Highlight wird, sollte fast alles gesagt sein. Empfehlen kann ich diese Episode nicht wirklich, da ich selbst nicht hundertprozentig überzeugt davon bin. McLean ist zwar ein durchaus interessanter Charakter, aber dabei bleibt es auch. Der Rest des Kuchens stand schon mehrere Tage im Regal. 

Mittwoch, 7. November 2018

[Rezension] Das Flüstern des Teufels

Autor/in: Andreas Arimont
Genre: Hardcore / Psychothriller / Cuts
Seitenzahl: 149
Erhältlich: Redrum Books
ISBN: 
978-395957-597-3
Preis: 9,99 € (Taschenbuch)

Verlag: Redrum Books
Erscheinungsdatum: 06. Oktober 2018








Klappentext:


»Kein Erwachsener hatte uns aufgehalten. Auch später nicht. Nur einer hätte gereicht. Großer Gott, warum hat keiner etwas getan?« Deutschland, Anfang der Neunzigerjahre. Zwei Jungs, zehn und elf Jahre alt, entführen ein Kleinkind aus einem Einkaufscenter. Was als harmloser Spaß beginnt, entwickelt sich zu einem wahren Albtraum. Und plötzlich ist nichts mehr so, wie es einmal war.

Inspiriert von einem wahren Verbrechen. »Jack Ketchum ist Arimonts größtes Vorbild – Das Flüstern des Teufels das Erbe, das er hiermit antritt.« Büchergnomen.de

Leserstimmen: »Die deutsche Version von Jack Ketchums Evil.« »Dieses Buch werde ich nicht mehr vergessen!« »Gänsehaut beim Lesen!«.

Was Ray dazu schreibt:


Ihr müsst wissen, dass ich durch den jahrelangen Konsum von Horror in Film, Literatur, Videospielen und Musik in gewisser Weise stark abgestumpft bin. Auch die Horrorszenarien des echten Lebens, die einem durch die schier endlose Weite des Internets und seiner dunklen Ecken jederzeit abrufbar sind, taten ihr Übriges. 

Ich lese jetzt schon seit einer gewissen Zeit Redrum und Festa Extrem, doch zogen die meisten Bücher irgendwie spurlos an mir vorbei. Es wurde gehäutet, geköpft, vergewaltigt und gelitten. Klar, hat mir meistens gefallen, aber die Effekte, über die andere Leser auf Facebook schrieben, blieben aus. 

Warum ich euch meine Gedanken so offenbare? Weil "Das Flüstern des Teufels" mich getroffen hat und, für mich, alles bisherige in den Schatten stellt. Weil die Leserstimmen, die man auf der Rückseite bestaunen kann, wahrscheinlich recht haben (hab nie je einen Jack Ketchum gelesen).

Man kennt den Klappentext, weiß was einen erwartet. Denkst du. Kurze, knackige Kapitel rahmen die Handlung ein und enden stets mit einem kleinen, düsteren Cliffhanger und mit jedem dieser kleinen Enden wuchs das Unbehagen in mir, etwas, was ich schon länger nicht mehr gefühlt habe beim Lesen, als der Protagonist einen Schwank aus seiner Kindheit erzählt.

Der Text liest sich recht einfach, die Dialoge gut im Kinder-Sprech-Ton getroffen, die Gedankenwelt eines kleinen, unsicheren Jungen mit einem kranken besten Freund verdammt gut nachvollziehbar. Hier und da verzichtet Herr Arimont auf die konkrete Beschreibung des Geschehenen, überlässt die Füllung der Lücken dem Leser und seiner Fantasie. 

Trotz der wenigen Seiten entfaltet dieses Buch aus der Cuts Reihe die volle Wirkung, die sonst nur in 300+ Seiten dicken Thrillern zu finden ist. Die zielgerichtete Erzählweise ohne störende Nebenhandlungen spannt den roten Faden der Geschichte straff in einer geraden Linie ohne je irgendwo an Spannung zu verlieren. Die nachsichtigen, Mitleid erregenden Gedanken eines gezeichneten Mannes, der mit den Erinnerung auf ewig leben muss, verstärken den Effekt. Denn er denkt nicht nur an sich selbst, er denkt auch an alle anderen.

Fazit:


Knapp eine Stunde gebraucht, um das Buch vollständig zu lesen. Danach schwirrten meine Gedanken einen halben Tag lang um das Gelesene, seine Wirkung und meine persönlichen Erkenntnisse. Nebenbei hatte sich ein merkwürdiges Gefühl in meinem Bauchbereich eingenistet. Es müssen nicht immer massenweise Menschen sterben, literweise Blut fließen, tausende Schimpfwörter verwendet werden. Es reicht auch, wenn man einen Blick in die Grauzonen wirft, das Unschuldige mit dem Bösen verbindet und Andeutungen macht. Ich spreche eine eindeutige und definitive Kaufempfehlung aus. 

Danke, dass du dich dieser Aufgabe angenommen hast.