Samstag, 19. Januar 2019

[Rezension] Die Ufer unserer Träume


Autor/in: Sebastian Caspar
Verlag: Unsichtbar Verlag
Genre: Gegenwartsliteratur
Seitenzahl: 380
Erhältlich: Amazon
ISBN: 
978-3957910875
Preis: 14,90€ (Taschenbuch)

Erscheinungsdatum: 15. November 2018








Klappentext:


Liam ist auf der Suche nach einem Neuanfang, doch das Auslandsjahr in Shanghai scheint dafür nicht ausgereicht zu haben. Schnell kehren die alten Probleme wieder in sein Leben zurück. Die Enge seiner kleinen Heimatstadt bei Leipzig, die verzwickte Beziehung zu seinem Vater, das Chaos mit Zoe, die Drogenkarriere seiner besten Freundin und auch die Gefahr, selbst wieder auf die schiefe Bahn zu geraten. Es gibt nur einen Ausweg: Er muss sich seinen Ängsten und seiner Vergangenheit stellen, um endlich ein geordnetes Leben beginnen zu können. 

Mit den zusätzlichen Schwierigkeiten, die dabei auf ihn zukommen, hat er allerdings nicht gerechnet.

Ein Roman über die Wirren des Lebens.


Was Ray dazu schreibt:


Eigentlich sonst gar nicht so mein Genre, wenn ich ehrlich sein soll, habe ich dem Autor und seinem zweiten Buch eine Chance gegeben, mich zu überzeugen. Ob es ihm gelungen ist, finden wir gemeinsam im Zuge dieser Rezension heraus.

Liam ist Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte. Ein emotional geschundener junger Mann, dessen sämtliche Eindrücke und Erlebnisse dem Leser auf eindringliche und bildhafte Art und Weise entgegengebracht werden. Wir folgen ihm auf Schritt und Tritt, wohnen Begegnungen mit seinem Vater und seiner (Ex)Freundin bei, hoffen, dass er seinen Weg wirklich geht, bangen um seine neu gefundene Resilienz und dies von Anfang bis Ende.

Bevor ich zu dem wirklich positiven Punkt kommen, gibt es eine ganz kurze, kleine Kritik. Es haben sich hier und da ein paar Rechtschreibfehlerchen eingeschlichen. Hier endet die Kritik.

Ich habe kein Mitleid mit Drogensüchtigen. Für mich ist es keine Krankheit, für mich ist es eine destruktive Wahl, die eigene Entscheidung, dem Druck der Welt nachzugeben und sich davon zu lösen, wenn auch nur temporär. Sollte man aufgrund bescheidener Umstände süchtig geboren werden, ist dies selbstredend anders zu bewerten. 

Mit Liam hatte ich allerdings Mitleid. Als recht intelligenter Jugendlicher hatte er nicht die emotionale Standhaftigkeit - wie bereits erwähnt, Resilienz - um am Ball zu bleiben, nachdem seine Welt aus den Fugen geraten ist. Doch wieso hatte ich Mitleid? Dieses Gefühl wurde durch die gekonnten Erzählungen des Autors ausgelöst, der den Leser mit in diese höchst bewegende und einnehmende Welt eines kämpfenden jungen Mannes nimmt. Hut ab.

Fazit:


Um zurück zu meiner anfänglichen Frage zu kommen: Ja, das Buch hat mich in vollem Umfang überzeugt. Es ist heftig, es ist keine literarische Schonkost, die man an einem Abend liest und danach vergisst. Es begleitet dich für mehrere Tage, stellt deine Ansicht der Dinge auf eine Probe, es erfüllt einen sogar mit einer gewissen Dankbarkeit, dass man es wahrscheinlich nicht so hart hatte, wie der Protagonist. Selbst nach dem Beenden dieses Buches habe ich mich dabei erwischt, wie ich manchmal darüber nachgedacht habe und dies ist sonst sehr, sehr selten der Fall. 

Mittwoch, 16. Januar 2019

[BLOGPARADE] #DuunddeinBlog von angeltearz liest


Wenn man so durch Facebook scrollt, findet man allerlei tolle Sachen. Unsere Bloggerkollegin von angeltearz liest ruft zu einer zweiten Runde ihrer Blogparade #DuunddeinBlog auf! Folgt den Links, um zu ihrer Website und zum Blogparadenbeitrag zu gelangen. Wir von Libramorum fanden die Idee an sich toll und werfen uns mit in die Menge! Viel Spaß beim Lesen! 

Wer bist du? Stell dich vor!

An alle Neulinge, willkommen bei Libramorum! Wir sind Ray (24, uff) und Denisé (21, bald 22) aus Hannover, seit vier Jahren ein Paar. Wir sind zwei junge, aufgeweckte und lebensfrohe Menschlein mit einer Leidenschaft fürs Lesen und das Motto auf unserem Banner ist Programm!

Seit wann bloggst du? Und wie bist du zum Bloggen gekommen?

Seit April 2018 machen wir Facebook mit unseren Rezensionen unsicher! Denisé liest gerne, noch viel lieber als ich (Ray). Deswegen stöberte sie in diversen Gruppen auf Facebook, um sich über neue Bücher zu informieren und stieß dabei auf Blogs, die Bücher rezensieren. Nachdem sie sich ein paar Gedanken über das Vorhaben gemacht hat, wurde alles miteinander besprochen und - zack! - schon gab es Libramorum.

Weiß dein Umfeld davon, dass du bloggst? 
Wenn ja, was sagen sie dazu? Wenn nein, warum nicht?

Unsere Eltern, Freunde, Verwandten und Haustiere wissen alle, dass wir bloggen. Es gab zwar an der einen oder anderen Stelle Bedenken, gerade weil es schon so viele Blogger gibt oder wir uns anderen Dingen zuwenden könnten, aber davon ließen wir uns nicht abbringen. Die meisten finden es toll, dass wir uns so für das Lesen an sich einsetzen und mit Vorliebe kleineren, meist auch verlagslosen Autoren helfen.

Nutzt du Social Media? Und wie kann man dir folgen? 

Klaro, ohne geht es ja heutzutage nicht mehr :D !

Ich hinterlasse einfach mal ein paar Links, sodass ihr uns ohne Umwege folgen könnt:


Libramorum auf >> Facebook <<
Denise von Libramorum auf >> Instagram <<
Ray von Libramorum auf >> Instagram << 

Das war es eigentlich auch. Wir freuen uns auf Zuwachs! :)


Gibt es etwas, dass dich an der Bloggerwelt stört? Und was würdest du dir wünschen?

Grundsätzlich möchte ich mit Mark Zuckerberg schimpfen, da er unsere Beiträge wohl nie für alle Follower sichtbar schaltet. Böser Zuckerberg!

An unseren "Kollegen" stört uns wenig, negative Erfahrungen mussten wir glücklicherweise noch keine machen und wir hoffen, dass das so bleibt.

Wir alle geben uns wahnsinnige Mühe, rezensieren und posten was das Zeug hält. Die erhofften Interaktionen sind relativ mager, auch bei größeren Seiten sind - soweit ich es beobachten konnte - lediglich eine handvoll Leute aus der Community aktiv. Mag vielleicht an den Algorithmen des bösen Berges aus Zucker liegen. Deswegen nehmen wir den natürlichen Wachstum mit und freuen uns über all jene Personen, die regelmäßig kommentieren, reagieren und vielleicht sogar die Beiträge teilen. Es wird zwar auch weiterhin ab und zu Gewinnspiele geben, die selbstverständlich für einen schnelleren Zuwachs sorgen, allerdings wollen wir mehr durch Information glänzen, anstatt "tote Follower" (also Follower, die zwar statistisch da sind, aber ansonsten nicht reagieren) mit irgendwelchen Leckerlis anzulocken.

Und was magst du an der Bloggerwelt?

Es verbindet Menschen! Autoren wenden sich an Blogger und Leser, besprechen gemeinsam die herausgebrachten Werke und so entsteht eine wunderbare, wenn auch meist nur temporäre, Gemeinschaft. Ich persönlich (Ray) habe Kontakte geknüpft, die über den "Blogger-Autor-Kontext" hinausgehen.

Liest du auch außerhalb deines eigenen "Blogbereiches"  oder liest du als Buchblogger nur Buchblogs?

Wir lesen auch gerne mal in anderen Blogs über Musik, Videospiele, DoItYourself-Projekte und Kunst. Es gibt viele wundervolle Arten von Blogs, da wäre es beinahe schon verwerflich, sich nur auf das eigene Gebiet zu konzentrieren und den Rest auszublenden.


Vernetzen ist wichtig! Hast du Lieblingsblogs? Zeig mal!

Ich bin mal so frech und verlinke ein paar Autoren, denn ohne diese wundervollen Geschöpfe wären wir so überflüssig wie Mücken in einer warmen Sommernacht!


Und nun zu den Blogs!


Joa. Ich bin um ehrlich zu sein zu faul, um noch mehr aufzulisten. Alle anderen Blogger, die bis hierhin lesen: Fühlt euch gedrückt :P !

Ansonsten ... Vielen Dank, dass ihr euch bis hierher getraut habt! Wir hoffen, euch weiterhin an unserer Seite zählen zu können und ... Ja ... viel Erfolg ... keine Ahnung ... hier noch ein abschließendes Meme. Uff. 

Dienstag, 15. Januar 2019

[Rezension] Das Echo der Schreie

Autor/in: Moritz Hellfritzsch 
Genre: Krimi
Seitenzahl: 159
Erhältlich: Amazon
ISBN: 
 978-1793017642
Preis: 8,99€ (Taschenbuch)

Erscheinungsdatum: 01. Januar 2019










Klappentext:


Kiffen war nie gefährlicher...!Eine brutale Bluttat erschüttert die Stadt – eine ganze Familie wurde niedergemetzelt! Hauptkommissar Achim Förster und sein Team von der Bonner Kriminalpolizei haben gerade erst die Ermittlungen aufgenommen, da schlagen die "Familienvernichter" bereits das nächste Mal zu – einer schutzlosen Seniorin wird der Schädel mit einem Vorschlaghammer zertrümmert. Und offenbar haben es die Täter auf weitere Opfer abgesehen!Die Suche nach den Mördern führt Förster und seinen Partner Jäger auf die Spur eines viele Jahre zurückliegenden Verbrechens. Damals fielen mehrere Menschen einem Killer zum Opfer, der sich "der Golem" nennt und seit seiner Ergreifung in einer psychiatrischen Klinik untergebracht ist. Ausgerechnet dieser scheint am meisten über die Hintergründe der aktuellen Mordserie zu wissen. Doch können die Polizisten ihm wirklich trauen?Während die Familienvernichter den Beamten stets einen Schritt voraus sind und eine blutige Spur hinter sich herziehen, plagen Förster außerdem persönliche, verhältnismäßig banale Sorgen: er hat bei seinem Sohn Sebi, der kurz vor dem Abitur steht, Marihuana entdeckt. Doch dabei handelt es sich nicht um gewöhnliches Gras..."Das Echo der Schreie" – übersinnlicher Regio-Splatter-Krimi-Pulp von Horror-Autor Moritz Hellfritzsch ("Die Rückkehr der Hexen").

Was Ray dazu schreibt:


142 Seiten schreien nach einer super kurzen Rezension. 

REGIO-SPLATTER-KRIMI-PULP ... Jawohl, das war mein erstes dieser Sorte. 

Wer nicht weiß, worauf man sich hiermit einlässt, sollte sich folgenden Hinweis zu Herzen nehmen: 

Lasst euch einfach von der Geschichte treiben, seid offen für Neues und Unerwartetes. 

Es liest sich flüssig, wartet mit jeder Menge Metzelei auf, ist mega spannend und ansonsten ... 420, BLAZE IT.

Fazit:


Ein höchst erfrischendes und lockeres Buch zum Anfang des Jahres, das meine Laune definitiv steigern konnte. Die Story ist schön bunt, es gibt wirklich jede Menge Blut, Plottwists und Weed. Das Finale kann locker mit den "ernsthafteren" Werken mithalten, ich habe nichts zu beanstanden. Kaufen, lesen, Spaß haben!

Sonntag, 13. Januar 2019

[Rezension] Endgame (2): Der Springer

Autor/in: Skye Warren
Genre: Dark Romance
Seitenzahl: 272
Erhältlich: Festa Verlag
ISBN:  
978-3-86552-683-0
Preis: 13,99€ (Taschenbuch)

Erscheinungsdatum: 18. Oktober 2018








Klappentext:


Gabriel Miller fegte wie ein Sturm in mein Leben und nahm mir alles. Meine Familie. Meine Unschuld. Mein Zuhause.
Er glaubt, er hat mich geschlagen. Er glaubt, er hat gewonnen. 
Doch er hat nicht bedacht, dass in einem Schachspiel jeder Bauer die Chance hat, eine Dame zu werden …

Gabriel Miller und Avery im Schachspiel um Rache und Leidenschaft. Die ENDGAME-Trilogie von der US-Bestsellerautorin Skye Warren.

Was Denise dazu schreibt:


Ich habe dieses Buch in fast fünf Stunden durchgelesen. Avery ist eine unfassbar starke Frau, die sich nach den Ereignissen des ersten Teils alles wieder erkämpfen muss. Beim Lesen entwickelte ich eine gewisse Faszination für sie.

Das erste Buch war ja schon gut, aber mit der Fortsetzung hat die Autorin noch deutlich eine Schippe draufgelegt. Die verführerische und verheißungsvolle Handlung zwischen Gabriel und Avery, die zwischen ihnen herrschende Zerrissenheit und der wilde Strudel aus Emotionen, raubten mir den Atem. Die Plottwists wirken wie Bomben, die die Handlung ordentlich durcheinander bringen. 

Kleines Highlight waren Will und Harper, die sich um Avery gekümmert haben. Zwei liebenswerte und sympathische Nebenfiguren, die jedoch auch ihre Päckchen tragen.

Fazit:


Damals habe ich durch Fernweh, das ebenfalls von der Autorin geschrieben worden ist, ein ganz neues Genre für mich entdeckt. Dass ich dann die Endgame-Reihe so verschlingen würde, hätte ich nie erwartet. Dark Romance vom Feinsten, mit einer knackigen Handlung, interessanten Charakteren und jeder Menge mysteriöser Wendungen. Genau mein Ding.

Samstag, 12. Januar 2019

[AUTOREN-INTERVIEW] André Nagerski


So, bringen wir ein wenig Abwechslung ins neue Jahr, das mittlerweile 12 Tage alt ist. Ich habe mich wieder an das kreative Klemmbrett geworfen und mir erlaubt, André Nagerski ein paar Fragen zu stellen! Wer das ist? Na, der supertolle Autor der Bop-Saga! Den Rest dürfte ihr selbst herausfinden! Viel Spaß beim Lesen! 


Ray: 
Bevor wir uns den ernsten Fragen des Lebens stellen, erzähl uns doch erstmal ein wenig was über dich und dein Leben, damit unsere Leser dich kennenlernen können.

André:
Sehr gerne! Ich lebe mit Frau, vier Kindern und Hund im schönen Düsseldorf am Rhein. Der Alltag mit Großfamilie – stets pendelnd von heiter bis wahnsinnig – hält zwar einerseits jung und inspiriert Geist und Kreativität, lässt aber andererseits leider nur wenig Zeit zum Schriftstellerdasein. Vom rationalen Standpunkt her war es vermutlich der denkbar schlechteste Zeitpunkt, um als Autor zu debütieren, andererseits wollte ich auch nicht 18 Jahre warten, bis das letzte Kind aus dem Haus ist. Also – wenn schon Irrsinn, dann die ganze Dosis. Hauptberuflich arbeite ich als seit vielen Jahren als Texter, seit 2015 selbstständig – was mir dank der freien Zeiteinteilung zumindest kleine Freiräume für mein kreatives Schaffen bietet.

Ray:
Schreiben war dein Kindheitstraum und mit „Roboter weinen heimlich“ und „Selfies vom Mond“ hast du dir diesen – offiziell – erfüllt. Gibt es schon Pläne, nach Abschluss der Reihe, andere Welten zu erschaffen? Ohne Roboter, Aliens und fürsorgliche APOKALYPTOREN?

André:
Au mann ... so viele Ideen, so wenig Zeit! Seit einiger Zeit gärt die Idee für eine „ernsthafte“ Science Fiction Story, bei der ich vorhabe, die Atmosphäre und den Mystery Touch von Metro 2033 einzufangen – ein Buch, dass ich total geliebt habe und ständig den Phantomschmerz spüre, dass alles danach nie so wirklich daran anknüpfen konnte. Ferner liebäugele ich auch mit einem Ausflug in das Fantasy-Fach, welches sicherlich ebenfalls viel Spielraum für Satire & Persiflage bietet. Klar – das Rad erfindet man nicht komplett neu, aber wer tut das schon? Eine andere Herausforderung wäre natürlich, eine schräge Geschichte im Hier und Jetzt zu verfassen, vielleicht sogar mit regionalem Bezug. Also das komplette Gegenteil zur Bop-Saga im Jahr 222.221. 

Ray:
Wie kamst du überhaupt auf die Idee, das Bop‘sche-Universum zu erschaffen? Das Roboter und Aliens zum Genre Science Fiction dazugehören, ist – zumindest für mich – fast schon selbstredend. Allerdings habe ich noch nie von Robotern gehört, die sich auf einer selbstmörderischen Pilgerfahrt befinden.

André:
Ehrlich gesagt, befinden sich die Anfänge der Bop-Saga in grauer Vorzeit, sodass ich gar nicht mehr nachvollziehen kann, wie es dazu kam. Ich erinnere mich noch, dass ich als Werkstudent beim Verein der Deutschen Ingenieure intern eine Weltraumsaga verfasst habe, in der meine Kollegen und Vorgesetzten mit ihren Marotten und Eigenheiten eine tragende Rolle spielten und ironisch aufs Korn genommen wurden. Das kam so gut an, dass es mich inspirierte, eine neue Weltraum-Story aufzusetzen. Tatsächlich kommen mir die Ideen vor allem beim Schreiben selbst, die Geschichte schreibt sich im besten Fall quasi von alleine, und man staunt, welche Wendungen die Handlung nimmt. Klingt verrückt, oder? Erst viel später fing ich dann an, den Plot ein wenig vorausschauender zu planen.  

Ray:
Einige der Alienrassen aus deiner Feder klingen (fast) nach personifizierter Gesellschaftskritik. Wie kam es dazu?

André:
Nun – tatsächlich ist die Geschichte voll von Seitenhieben auf die aktuelle Gesellschaft, Kultur & Konsum sowie typische Marotten und Eigenheiten der menschlichen Natur. Allerdings nicht geplant oder mit „Agenda“, sondern stets als Querschläger des anarchischen Schreibspirits, der sich allzu strengen Konzepten oder „Messages“ verweigert. Und die Seitenhiebe geschehen auch nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern stets mit Augenzwinkern. Mir ist vor allem wichtig, dass ein positiver Geist herrscht, man herzlich lachen kann und immer wieder überrascht wird, indem Konventionen des Schreibens oder des Genres unterlaufen oder karikiert werden. 

Ray:
Wie sehr ist deine Familie im Schaffungsprozess involviert? Liest deine Frau Test? Liefert das süße Geplapper vom Nachwuchs sogar die ein oder andere Inspirationsquelle? 

André:
Das Schreiben ist ein einsames Geschäft. Mit Testlesern tue ich mich schwer, wiewohl ich plane, in Zukunft mehr Lektorierung geschehen zu lassen. Meine zuckersüße bessere Hälfte ist aus verschiedenen Gründen nicht unbedingt der ideale Testleser. Tatsächlich sind vor allem die vielfältigen Kritiken und Rezensionen, egal, ob positiv oder negativ, hilfreich gewesen – allerdings dann für die aktuellen bzw. zukünftigen Werke, nicht rückwirkend. Der Einfluss meiner Kids ist natürlich absolut vorhanden, allerdings eher indirekt – es prägt den Geist, hält einen neugierig, aufgeschlossen und hilft, die Dinge und das Leben nicht immer bierernst zu nehmen. 

Ray:
Magst du uns ein wenig was über deinen Live Auftritt bei Second Life erzählen? Wie kam es dazu? Gab es virtuelles Lampenfieber? 

André:
Der Vorschlag für die Teilnahme an einer virtuellen Lesung kam ursprünglich aus einem Science Fiction Forum. Die Organisatoren sind höchst engagiert und freundlich – es war ein echtes Erlebnis, in dieser virtuellen Welt aufzutreten, mit einem phantastischen lebendigen Bühnenbild, welches extra für die Lesung geschaffen wurde. Beispielhaft möchte ich hier Thorsten Küper und Bernhard Tom-Bubb nennen sowie den virtuellen Bühnenbilderschaffer Barlok Barbosa. Insgesamt eine tolle, wertschätzende Community, die in Second Life eine sehr interessante Nische geschaffen hat. Deshalb hielt sich auch das Lampenfieber halbwegs in Grenzen – dafür haben unvorhergesehene technische Probleme kurz vor dem Start und währenddessen das Adrenalin immer wieder in die Höhe gejagt. 

Ray:
In einem anderen Interview habe ich gelesen, dass dein Debüt „Detektiv Schnüffel und die Tortenwerfer“, das du im zarten Alter von wenigen Erdenjahren geschrieben hast, verloren gegangen ist. Darf man sich trotzdem noch auf ein mögliches Revival freuen?

André:
Ha, gute Frage, daran habe ich noch gar nicht gedacht! Vielleicht einmal für meine Kids, und um ein bisschen einer nostalgischen Wehmut zu frönen – aber wenn, dann nicht allzu bald.

Ray:
Nenne mir doch mal … 3 bis 5 Eigenschaften, die ein guter Autor deiner Meinung nach mitbringen sollte und wie viele davon du in dir selbst siehst.

André: 
Oh, gute Frage. Hier ist mein Take dazu: 

1) Phantasie und Kreativität. Ohne Ideen wird es schwierig mit dem Autorendasein, wenn man nicht gerade Sachbücher schreibt. 
2) Liebe und Leidenschaft zur „Craft“, wie Till Schweiger sagen würde. Kann man ohne diese wirklich gute Literatur schreiben? Bücher, die lebendig sind?! 
3) Gespür für Sprache. OK, hier spricht der hauptberufliche Texter, aber Wortwahl und Satzbau müssen aus meiner Sicht einfach passen. Diese dürfen durchaus anspruchsvoll sein, aber ein guter Stil ist für mich unerlässlich. Dazu gehört auch, mit wenig Worten starke Emotionen und Bilder beim Leser zu erzeugen. 
4) Durchhaltevermögen & Fleiß. Es mag vielleicht mehr oder weniger Talent geben, aber viel ist einfach Handwerk, Lernbereitschaft, Ausdauer. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Das war vielleicht auch meine erste Lektion in Sachen Demut: dass man auch als selbsternanntes Autorengenie viel lernen muss, um (eventuell) zur Meisterschaft zu kommen. Um weiterzukommen, muss man auch dranbleiben, wenn es keinen Spaß macht und man sich nicht unbedingt „superinspiriert“ fühlt. 
5) Menschenkenntnis (bzw. Roboterkenntnis ;-) ). Nur damit ist man in der Lage, Charaktere zu erschaffen, die mehr sind als Abziehbilder und Klischees. Was treibt Menschen an? Was inspiriert sie, was bremst sie? Welche Dynamiken gibt es im menschlichen Miteinander? Natürlich ist das je nach Literatursorte mehr oder weniger entscheidend, und eine diffizile Charakterzeichnung war bei meinen eigenen Geschichten auch nicht das allerwichtigste. Aber man möchte sich ja doch halbwegs wiederfinden, sich identifizieren, mitfühlen, und das geht aus meiner Sicht nur mit Charakteren, die authentisch und glaubhaft sind. 

Tja – und was davon finde ich bei mir wieder? Hoffentlich genug, um meinen Lesern Freude zu bereiten! Ich denke, diese sollen diesbezüglich auch das Urteil sprechen, ich möchte mich da nicht selber beweihräuchern.  

Ray:
Was sind deine Pläne, Ziele und Hoffnungen für 2019? Darf der geneigte Leser mehr aus deiner urkomischen Feder erwarten?

André:
Tatsächlich hoffe ich, dass ich in 2019 wieder mehr „Druck auf die Kette kriege“, sprich: mehr Zeit zum Schreiben für den finalen Teil III der Bop-Saga. Einige Seiten habe ich ja schon geschafft, aber ich möchte unbedingt die Schlagzahl erhöhen, um in näherer Zukunft damit fertigzuwerden. Es gibt ja tatsächlich einige Fans, die vehement den Teil III fordern, und bevor diese irgendwann mit Mistgabeln und Fackeln vor meiner Haustüre stehen, muss ich unbedingt mal liefern ... Tatsächlich reizt es mich auch, wieder bei Poetry Slams aufzutreten – das macht eine Menge Spaß, man kann sich total austoben und bekommt ein direktes Feedback vom Publikum.

Ray:
So! Vielen Dank für das Beantworten unserer Fragen! Wir wünschen dir und deiner Familie ein erfolgreiches neues Jahr und freuen uns schon auf den dritten und letzten Teil der Bop-Saga!

André:
Herzlichen Dank für die lieben Wünsche, die ich in gleicher Form gerne zurückgebe. Auch über die Gelegenheit dieses Interviews habe ich mich sehr gefreut. Ich schätze sehr euren Eifer für die Literaturwelt – euer Herzblut und Enthusiasmus sind ein weiterer Antrieb, um als Autor zu schaffen! 

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Donnerstag, 10. Januar 2019

[Rezension] Oma hat Reservehaut am Arm

Autor/in: Enno Münster
Verlag: Goldmann
Genre: Humor
Seitenzahl: 240
Erhältlich: Randomhouse 
ISBN:  
978-3-442-17731-8
Preis: 10€ (Taschenbuch)

Erscheinungsdatum: 18. Juni 2018








Klappentext:


Enno Münster war immer wieder aufs Neue entzückt über die originellen Sätze seiner Tochter Mia und ihrer kleinen Freunde. Also begann er, deren Wahr- und Weisheiten zu sammeln – zunächst nur fürs eigene Album, bald aber ganz öffentlich auf der Website "kinderspruch.de" und der dazugehörigen Facebook-Seite. Die Resonanz war gewaltig: aus allen Ecken der Republik tragen ihm seither ganz normale Menschen die gesammelten Sprüche ihrer Kleinen zu. Das Buch zeigt, wie viel Witz, Fantasie und ungewollte Poesie in den Sätzen unserer Kinder steckt. Sie eröffnen uns einen neuen, oftmals viel genaueren (und lustigeren) Blick auf die Welt.


Was Ray dazu schreibt:


Wie rezensiert man ein Buch, in dem es um die gesammelten Halbweisheiten von kleinen Kindern geht? Ich habe keine Handlung, die ich zerstückeln kann, keine Plot-Twists und Schreibstile, die es zu analysieren gilt. Das Cover ist ganz niedlich, aber ab jetzt ist alles Neuland für mich.

Eine Sammlung von Kindersprüchen, aufgeteilt in Themenbereiche wie "Liebe, Sex & Partnerschaft", "Erziehung" und "Religion, Glaube & Fantasie", liegt nunmehr vor mir. Es ist definitiv kein Buch, das man in einem Rutsch liest, denn dann geht irgendwann die Wirkung der Kindersprüche verloren. 

Man nimmt es hin und wieder mal in die Hand, lässt sich belustigen und ist erstaunt darüber, was Kinder so alles von sich geben. Da ich noch in einem Zeitalter groß wurde, in dem nicht jeder geistliche Erguss aus meinem Kindermund festgehalten wurde, kann ich leider nicht sagen, ob ich eine echte Dummbratze war (/ bin) oder auch den einen oder anderen Kinderspruchschatz von mir gegeben habe.

Ich bin zwar jemand, der über vieles lacht und gerade Kinder können einen wirklich fiesen schwarzen Humor haben (ohne es zu wissen), allerdings blieb mir ein ... "richtiges Lachen" verwehrt. Zu oft kam bei mir das Gefühl hoch, dass bei vielen Sprüchen "nachgeholfen" worden ist. Vielleicht habe ich auch schon zu viel Mist in den sozialen Netzwerken gelesen, aber ... es hat einfach nicht gefunkt. 

Beispiel? Beispiel! Aus dem Themenbereich "Geschlechterkampf", Seite 188:


Mama parkt das Auto auf einem Familienparkplatz. 
Leeloo (5) fragt, was das für ein Schild sei, und bekommt die Erklärung. 
Auf dem Weg zum Geschäft: "Und was ist das für ein Zeichen?" 
Mama: "Das ist ein Behindertenparkplatz." 
Leeloo: "Ach so ... also für Männer?"

Ich weigere mich einfach zu glauben, dass das so passiert sein soll, vom Namen des Kindes mal ganz abgesehen. Als einzige logische Erklärung gäbe es die Möglichkeit, dass das Kind bei einer Single-Mutter aufwächst, die regelmäßig zu viel Rotwein (aus dem Karton) intus hat und ihren Frust über die Männerwelt ausspeit. Es ist für mich einfach viel zu weit hergeholt, wenn ein kindlicher Verstand den Begriff "Behindertenparkplatz" mit "Männer" konnotiert. Sprüche wie "Mamas kochen besser als Papas" (Seite 189, selber Themenbereich) wirken für mich schon viel natürlicher / verständlicher. 

Fazit:


Oma hat Reservehaut am Arm eignet sich als Scherzgeschenk, um hin und wieder amüsiert zu werden. Man kann bestimmt seinen Spaß mit dieser Kindersprüchesammlung haben, allerdings ist bei mir dieser Funken - wie bereits erwähnt - nie übergesprungen. Von daher, an  dieser Stelle, keine wirkliche Empfehlung von mir. 

Montag, 7. Januar 2019

[Rezension] Das Atmen der Bestie

Autor/in: Graham Masterton
Verlag: Festa Verlag 
Genre: Thriller
Seitenzahl: 256
Erhältlich: Festa Verlag 
ISBN: 
 978-3-86552-135-4
Preis: 12,80€ (Taschenbuch)

Erscheinungsdatum: 28. November 2012








Klappentext:


Als der alte Seymour Willis zu mir ins Gesundheitsamt kam, hielt ich ihn für verrückt.
»Okay. Und Ihr Problem ist Lärm im Haus?«
»Nicht Lärm«, sagte er sanft. »Atmen.«
»Vielleicht strömt ja ein Luftzug durch Ihren Kamin? Manchmal bläst die Luft durch einen alten Schornstein herab und findet ihren Weg durch Risse in den Ziegelstei­nen der Feuerstelle.«
Er schüttelte den Kopf.
»Hören Sie Kratzen? Füßegetrampel? Ir­gend so etwas?«
Er schüttelte wieder den Kopf. »Es atmet, das ist alles. Wie ein Hund an einem heißen Tag. Es keucht und keucht, die ganze Nacht lang – und manchmal keucht es sogar am Tag.«

Was Ray dazu schreibt:


John Hyatt arbeitet beim Gesundheitsamt und als ein alter Mann sich über sein atmendes Haus beschwert, nimmt das Unglück seinen Lauf. Die Handlung findet schon auf der ersten Seite ihren Anfang und zieht sich - mit Ausnahme ganz kleiner Lückenfüller - ohne größere Unterbrechungen oder Nebenhandlungen durch das gesamte Buch. Ein ständiger Kampf zwischen der rationalen Skepsis und einer übernatürlichen Bedrohung entflammt. 

Eine bunte Mischung aus Charakteren gesellt sich zu Johns Kampf gegen ein übernatürliches Wesen aus einer indianischen Legende. Man erhält lediglich einen kleinen Ausblick in Johns Vergangenheit, doch ansonsten bleiben jegliche Charakterbindungsmaßnahmen aus. Mir fiel es nicht schwer von sterbenden Charakteren Abschied zu nehmen, da es einfach keinen Grund dafür gab - bis auf den indianischen Medizinmann, der eine echt coole Socke war. Der Fokus dieser Geschichte liegt auf dem Aufbau eines immer präsenten Schreckens, der im Hintergrund lauert und ohne Warnung über den Leser hineinbricht. Platz für lange Rückblicke und Hintergrundgeschichten gab es deshalb keinen.

Die Geschwindigkeit der Handlung fand ich persönlich optimal. Ohne Umschweife steuert man stets auf das nächste Grauen zu, dem Leser wird so gut wie keine Verschnaufspause eingeräumt und das Finale ist so furios und ereignisreich wie man es sich erhofft. Die Geschichte wird teilweise durch kleine Prisen schwarzen Humors aufgelockert. Was mich noch zusätzlich stellenweise zum Schmunzeln gebracht hat, ist, dass der Protagonist echt ... männliche Gedanken hat, gerade wenn es um die weiblichen Nebendarstellerinnen geht. Dabei wird auf Obszönitäten jeglicher Art weitestgehend verzichtet.

Kommen wir zurück zum Finale. Während der gesamten Handlung über lag der Fokus - wie bereits erwähnt - auf dem Horror und dessen Aufbau / Wirkung. Das Finale hingegen ist dynamisch, rasant und erinnert mehr an das Ende eines Actionfilms. Zusätzlich gab es noch einen kleinen, jedoch deutlich bemerkbaren "Logik"fehler, der zwar den Lesefluss nicht vollkommen ausbremst, allerdings für kurzes Stirnrunzeln sorgt. Der Protagonist befindet sich zunächst bei einer Leiche und plötzlich ist er in einem Krankenhaus und ein Zeitsprung von ca. 4 Stunden fand statt. Mir kam es so vor, als wenn da mindestens zwei Sätze gefehlt haben.

Fazit:


Das Atmen der Bestie ist ein wunderbarer Horror Roman, der bis zum Finale hin an allen Ecken und Punkten überzeugen kann. Die Thematik - indianische Legenden - bot genug Nährboden für einen grundsoliden Gruselfaktor und trotz der Kürze dieses Buchs bekam man einen kleinen Einblick in eine Facette des urtümlichen Glaubens. Ich habe das Buch in einem Sitting durchgelesen und bin voll auf meine Kosten gekommen. Lediglich das deplatziert wirkende Finale und die eine kleine Lücke im  Fluss der Geschichte trübten meine Freude ein wenig. Wer einen schnellen, unkomplizierten und doch recht einfach zu lesenden Horrorroman für einen Abend sucht, ist hier genau richtig.