Donnerstag, 9. Januar 2020

[Autoren-Interview] Stefan Burban

1. Erzähl uns etwas über dich, Stefan. Was ist dein Brotjob, wie bist zu zum Schreiben gekommen und welchen Hobbies gehst du nach?

 ...Da gibt es eigentlich nicht viel zu erzählen. Ich bin ein ganz normaler Typ, der gern ins Freie geht, ins Kino und sich gern mit Freunden trifft. Und natürlich das Schreiben. Schreiben ist für mich wie die Luft zum Atmen. Nur leider bin ich absolut Videospielsüchtig.  Das muss ich bei meinen Hobbys noch erwähnen. Mein Brotjob ist das Schreiben. Es ist Leidenschaft, liebstes Hobby und auch inzwischen mein Vollzeitjob. Gelernt habe ich eigentlich Industriekaufmann. Aber in diesem Beruf habe ich mich nie so wohl gefühlt. Geschrieben habe ich schon immer gern. Und irgendwann entschied ich mich in diesem Berufszweig auszutoben. Meinen Job als Industriekaufmann hing ich dann an den Nagel und konzentrierte mich voll und ganz aufs Schreiben. Ich mache das jetzt schon zehn Jahre lang und habe es noch keinen Augenblick bereut. 


2. Der Ruul-Konflikt samt Prequel, Das gefallene Imperium, Blutläufer, SKULL und Classic Battletech. Von deinen Fantasy-Titeln mal abgesehen, wie schaffst du es den Überblick über die Ereignisse und auftretenden Figuren zu behalten? 

...Das ist bei mir ganz eigenartig. Ich schreibe parallel an mehreren Romanen. Immer. Und sobald ich eines meiner Manuskripte öffne, legt sich bei mir im Kopf ein Schalter um und die betreffende Handlung samt Charaktere wird automatisch aufgerufen. Also ob man eine Schublade im Schreibtisch öffnet und die Unterlagen herausholt. Ich verstehe oft selbst nicht, wie das bei mir funktioniert. Aber es funktioniert. 


3. Der Ruul-Konflikt umfasst über 10 Bücher. Sind dir auf dem Weg bis dahin jemals die Ideen ausgegangen? Gab es sowas wie Schreibblockaden und wenn ja, wie bist du mit denen klargekommen? 

...Mein Problem ist eher das Gegenteil. Ich habe mehr Ideen als Zeit zum Schreiben. Aus diesem Grund habe ich immer parallel mehrere Serien laufen. Ich schreibe immer abwechselnd an meinen Serien und halte auf diese Weise die Motivation insgesamt wach. Dadurch gab es in der Vergangenheit bei mir so gut wie keine Schreibblockaden. Und falls doch, dann beschäftige ich mich eine Weile mit etwas anderem oder gehe spazieren, um den Kopf freizubekommen. Danach läuft es meistens wieder. 


4. Wenn dir die Möglichkeit geboten werden würde, eines deiner Bücher zu verfilmen ... Welches würdest du wählen, wer wäre in den Hauptrollen und wer dürfte Regie führen? 

...Am liebsten alle.  Aber die Antwort hilft dir jetzt vermutlich nicht weiter. Müsste ich eine Auswahl treffen, dann würde sie vermutlich auf den Ruul-Konflikt fallen. Einfach, weil es mein erstes professionelles Projekt war. Quasi mein Baby. Und dadurch habe ich ein besonderes Verhältnis zu diesen Büchern. Wer Regie führen würde, weiß ich nicht. Bei Regisseuren kenne ich mich nicht besonders gut aus. Aber als Schauspieler könnte ich mir gut Ethan Hawke, Dane DeHaan, Clive Owen, Joel Kinnaman und natürlich Cara Delevingne vorstellen. Und Cary-Hiroyuki Tagawa. 


5. Star Wars oder Star Trek? 

...Beides. Ich bin ein großer Star Wars-Fan. Aber – und das muss ich betonen – unbedingt der ursprünglichen Trilogie. Und zwar, bevor sie digital überarbeitet wurde. Durch diese drei Filme bin ich überhaupt erst zur Science Fiction gekommen. Es waren die ersten SF-Filme, die ich jemals angesehen habe und ich denke immer noch mit Wehmut an diese Zeit zurück. Auch Star Trek liegt mir sehr am Herzen. Die Abenteuer von Kirk und dem leider verstorbenen Spock haben mich in meiner Arbeit auch immer sehr inspiriert. 


6. Du hast direkt mit einem Verlag angefangen, der deine Bücher veröffentlicht hat. Wie kam es dazu? Hast du vielleicht Ratschläge für aufstrebende Autoren? 

...Oh, das war ein langer und steiniger Weg. Die ersten paar Jahre war ich damit beschäftigt, Absageschreiben von Verlagen zu sammeln. Das war sehr frustrierend. Eine befreundete Buchhändlerin ab mir damals den Ratschlag, es mal bei einem kleineren Verlag zu probieren. Das tat ich dann auch und der Atlantis Verlag nahm mich sofort unter Vertrag. Das war wirklich ein Hochgefühl. Anders kann ich es nicht beschreiben. Mein Ratschlag lautet: Niemals aufgeben. Immer und immer und immer weiter schreiben und Verlage anschreiben. Irgendwann wird die Ausdauer in vielen Fällen belohnt. 


7. Gibt es etwas, was du deinen Fans und Anhängern schon immer mal mitteilen wolltest? 

...Wie dankbar ich bin, solch tolle und treue Fans zu haben. Was ist schon ein Autor ohne die Menschen, die seine Bücher lesen wollen? 


8. Was planst du für die Zukunft? Darf man dir auf einer der stattfindenden Messen mal persönlich die Hand schütteln? 

...Für die Zukunft plane ich einiges. In den nächsten zwei Jahren wird das Gefallene Imperium (zumindest vorläufig) abgeschlossen, der Ruul-Konflikt wird weitergeführt und meine Serien Skull sowie Blutläufer werden langsam Kontur annehmen. Außerdem werde ich einige meine Fantasy-Projekte fortführen. Bei Messen werde ich leider eher weniger anzutreffen sein. Ich bin kein Freund großer Menschenmassen. Da fühle ich mich nicht wohl. 


9. Und zum Abschluss mal eine Knallerfrage: Wie lange wird es für uns noch dauern, bis wir gefahrlos durchs Weltall düsen können? Meinst du, wir werden auf Außerirdische treffen und wie werden uns diese gesinnt sein? 

…Das wird noch lange dauern. Ich habe leider in den letzten zehn Jahren den Eindruck gewonnen, dass die Weltraumforschung an Priorität verloren hat. Erst langsam zieht das wieder an. Ich würde mir vor allem wünschen, dass sich die Europäer in dieser Hinsicht etwas mehr hervortun. Ich hoffe doch sehr, dass wir auf Außerirdische treffen. Und ich hoffe, sie sind anders als die, über die ich schreibe. Es wäre schön, wenn sie uns Wissen und vor allem Weisheit vermitteln. Gerade an letzterem mangelt es uns oft.

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