Donnerstag, 10. Januar 2019

[Rezension] Oma hat Reservehaut am Arm

Autor/in: Enno Münster
Verlag: Goldmann
Genre: Humor
Seitenzahl: 240
Erhältlich: Randomhouse 
ISBN:  
978-3-442-17731-8
Preis: 10€ (Taschenbuch)

Erscheinungsdatum: 18. Juni 2018








Klappentext:


Enno Münster war immer wieder aufs Neue entzückt über die originellen Sätze seiner Tochter Mia und ihrer kleinen Freunde. Also begann er, deren Wahr- und Weisheiten zu sammeln – zunächst nur fürs eigene Album, bald aber ganz öffentlich auf der Website "kinderspruch.de" und der dazugehörigen Facebook-Seite. Die Resonanz war gewaltig: aus allen Ecken der Republik tragen ihm seither ganz normale Menschen die gesammelten Sprüche ihrer Kleinen zu. Das Buch zeigt, wie viel Witz, Fantasie und ungewollte Poesie in den Sätzen unserer Kinder steckt. Sie eröffnen uns einen neuen, oftmals viel genaueren (und lustigeren) Blick auf die Welt.


Was Ray dazu schreibt:


Wie rezensiert man ein Buch, in dem es um die gesammelten Halbweisheiten von kleinen Kindern geht? Ich habe keine Handlung, die ich zerstückeln kann, keine Plot-Twists und Schreibstile, die es zu analysieren gilt. Das Cover ist ganz niedlich, aber ab jetzt ist alles Neuland für mich.

Eine Sammlung von Kindersprüchen, aufgeteilt in Themenbereiche wie "Liebe, Sex & Partnerschaft", "Erziehung" und "Religion, Glaube & Fantasie", liegt nunmehr vor mir. Es ist definitiv kein Buch, das man in einem Rutsch liest, denn dann geht irgendwann die Wirkung der Kindersprüche verloren. 

Man nimmt es hin und wieder mal in die Hand, lässt sich belustigen und ist erstaunt darüber, was Kinder so alles von sich geben. Da ich noch in einem Zeitalter groß wurde, in dem nicht jeder geistliche Erguss aus meinem Kindermund festgehalten wurde, kann ich leider nicht sagen, ob ich eine echte Dummbratze war (/ bin) oder auch den einen oder anderen Kinderspruchschatz von mir gegeben habe.

Ich bin zwar jemand, der über vieles lacht und gerade Kinder können einen wirklich fiesen schwarzen Humor haben (ohne es zu wissen), allerdings blieb mir ein ... "richtiges Lachen" verwehrt. Zu oft kam bei mir das Gefühl hoch, dass bei vielen Sprüchen "nachgeholfen" worden ist. Vielleicht habe ich auch schon zu viel Mist in den sozialen Netzwerken gelesen, aber ... es hat einfach nicht gefunkt. 

Beispiel? Beispiel! Aus dem Themenbereich "Geschlechterkampf", Seite 188:


Mama parkt das Auto auf einem Familienparkplatz. 
Leeloo (5) fragt, was das für ein Schild sei, und bekommt die Erklärung. 
Auf dem Weg zum Geschäft: "Und was ist das für ein Zeichen?" 
Mama: "Das ist ein Behindertenparkplatz." 
Leeloo: "Ach so ... also für Männer?"

Ich weigere mich einfach zu glauben, dass das so passiert sein soll, vom Namen des Kindes mal ganz abgesehen. Als einzige logische Erklärung gäbe es die Möglichkeit, dass das Kind bei einer Single-Mutter aufwächst, die regelmäßig zu viel Rotwein (aus dem Karton) intus hat und ihren Frust über die Männerwelt ausspeit. Es ist für mich einfach viel zu weit hergeholt, wenn ein kindlicher Verstand den Begriff "Behindertenparkplatz" mit "Männer" konnotiert. Sprüche wie "Mamas kochen besser als Papas" (Seite 189, selber Themenbereich) wirken für mich schon viel natürlicher / verständlicher. 

Fazit:


Oma hat Reservehaut am Arm eignet sich als Scherzgeschenk, um hin und wieder amüsiert zu werden. Man kann bestimmt seinen Spaß mit dieser Kindersprüchesammlung haben, allerdings ist bei mir dieser Funken - wie bereits erwähnt - nie übergesprungen. Von daher, an  dieser Stelle, keine wirkliche Empfehlung von mir. 

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