Mittwoch, 2. Januar 2019

[Rezension] Blaue Legende: Der Weg des Einen

Autor/in: André Hoff
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 455
Erhältlich: Amazon
ISBN: 
978-1729421260
Preis: 11,99€ (Taschenbuch)

Erscheinungsdatum: 28. November 2018








Klappentext:


EINER ALLEIN KANN WELTEN VERÄNDERN 

Elvon ist ein fähiger Anführer der Karden. Doch Selbstzweifel und die Erlebnisse in der Vergangenheit binden ihn ebenso wie die Kultur seines Volkes. Alles ändert sich, als die Karden von einer Hochkultur aus dem Norden und der Eiszeit aus dem Süden bedroht werden. Elvon will seine Familie und Freunde beschützen und muss dazu sein wahres Ich entfesseln. Im Kampf um Leben und Tod stößt er auf eine Legende, deren machtvolles Versprechen sein Volk retten oder das Ende der Welt bedeuten kann ... 

BAND 1 DES FANTASY-EPOS

Was Ray dazu schreibt:


Autoren im Bereich Fantasy gibt es wie Sand am Meer und die meisten schlängeln sich in die großen Verlage mit Werken voller Elfen, Zwerge und Orks. Als ich also die Anfrage bekommen habe, dieses Buch zu rezensieren, war ich zwar interessiert, aber skeptisch.

Doch... Von Elfen, Zwergen und Orks weit und breit keine Spur. Stattdessen gibt es Menschen und Erás, Rayos und Seeriesen. Mittendrin ist Elvon, dessen Selbstzweifel und eine panische Angst vor dem Meer aus einem tragischen Ereignis in seiner Kindheit stammen. Da wir ihn die ganze Geschichte über begleiten, erhält man einen tiefgreifenden Einblick in seine Gedanken und Gefühle. Er wächst an den auftretenden Herausforderungen und Hindernissen, wird von seinen Begleitern geformt und geschult, allerdings kann er sich seines zweifelnden Kerns nicht vollständig entledigen. Was dies für den zweiten Teil bedeutet ... Keine Ahnung, aber nach dem Finale bin ich gespannt wie sonst was.

Die Handlung ist in drei unterschiedliche Akte unterteilt, die jeweils einen unterschiedlichen Schwerpunkt behandeln. Die Überschriften geben stets einen vagen Hinweis auf das folgende Geschehen und trotzdem bleibt jede Menge Spannung erhalten, denn Plot-Twists gibt es doch schon einige. Von wiederkehrenden Freunden, die sich arg verändert haben, bis hin zur Integration in ein fremdes Volk ist alles dabei. Die Handlung bietet eine gelungene Mischung an packender Action und Lore-Bildung, d. h. man erfährt viel über das Land, die Bewohner und die Welt an sich.

Da man in eine vollkommen neue Welt geführt wird, muss man allerlei Dinge entdecken und erlernen. Gerade im ersten Abschnitt, der sich primär um Elvon's Leben bei den Karden dreht, gibt es sehr viele Namen, die der Leser zuordnen muss. Dies verlangsamte ein wenig den Lesefluss, doch mit der Zeit entwickelt man ein Gespür dafür, welche Namen / Figuren nicht allzu wichtig sind. Solltet ihr ein wenig tiefer eintauchen wollen oder euch fehlt ein klein wenig Fantasie, so könnt ihr hier diverse Zeichnungen und Karten des Autors bewundern, die euch das Umfeld Elvons näher bringen. 

Fazit:


Konnt mich die Blaue Legende überzeugen? Ja, vollkommen. Ich mag das Genre Fantasy, allerdings werden bereits verwendete Rezepturen immer und immer wieder verarbeitet und nur mit rudimentären Änderungen versehen. Meiner Meinung nach, findet man die wahren Schätze des Genres im Selfpublisher Bereich und lasst mich euch eines sagen ... Blaue Legende ist ein solcher Schatz, der unbedingt den Weg in euer Bücherregal finden sollte. 

Montag, 31. Dezember 2018

[Rezension] Himmelfahrt mit Hyperspeed

Autor/in: Mikael Lundt
Genre: Sci-Fi
Seitenzahl: 268
Erhältlich: Amazon
ISBN: 
 978-3964432827
Preis: 9,99€ (Taschenbuch)

Erscheinungsdatum: 23. November 2018








Klappentext:



Provinzpfarrer Gregor Dümpel kämpft sich durch einen öden Alltag aus Beerdigungen und Sodbrennen bis ein mysteriöses Piepsen aus der Kirchenorgel alles verändert. Was Dümpel noch nicht weiß: Es stammt aus Millionen Lichtjahren Entfernung und ist das erste Puzzleteil eines Jahrtausende alten spirituellen Rätsels. Ein unbedachter Moment der Neugier katapultiert ihn zusammen mit Konfirmand Ronny in ein wildes Abenteuer zwischen den Sternen. Schnell muss Dümpel erkennen, dass er nicht der Einzige ist, der versucht, die Geheimnisse einer uralten Zivilisation zu lüften und dass seine Gegenspieler vom Volk der Andur skrupellos und arglistig agieren. Der Pfarrer ist gezwungen, in die ungeliebte Heldenrolle zu schlüpfen, um zusammen mit der Archäologin Chloé und dem Außerirdischen Kheel die Machtübernahme der Andur zu vereiteln. Andernfalls bliebe ihnen der Weg nach Hause für immer versperrt. Während der intergalaktischen Schnitzeljagd wird auch Dümpels Glaube hart auf die Probe gestellt. Denn immer stärker kristallisiert sich heraus, dass Gott womöglich etwas ganz anderes ist, als er immer dachte.


Was Ray dazu schreibt:


Ein eingestaubter, starrsinniger Pastor, ein Smartphone besessener Jugendlicher, eine kecke Archeologin und ein formwandelndes Alien steigen in eine Orgel ... Was sich wie der zu lange Beginn eines schlechten Witzes anhört, ist tatsächlich Hauptbestandteil dieses Abenteuers!

Wir folgen dieser bunt zusammengewürfelten Gruppe auf einer Reise durch die unendlichen und schön beschriebenen Weiten des Alls, während sie sich allen möglichen Gefahren stellen müssen, die durch Mut, Intelligenz und Glauben bezwungen werden können. 

Auch wenn ich generell kein gläubiger Mensch bin, haben mir die religiösen Elemente gefallen. Der Autor versucht hier weder den Leser zu bekehren noch irgendwie zu schockieren, er gibt dem ganzen Mythos einfach einen echt abgefahrenen und interessanten neuen Twist, der durchaus zum Nachdenken anregt. 

Die Mischung der Protagonisten sorgt für jede Menge lustige Momente, die Beschreibungen der Szenerien und Alienrassen versetzen einen wiederum ins Staunen. Auch die Plottwists und neu auftretenden Charaktere halten die Story dynamisch und abwechslungsreich, Langeweile kam beim Lesen keine auf, wie denn auch, wenn ganze Kriegsschiffe vollgeschleimt werden. 

Das einzige, woran ich wirklich zu knabbern hatte, war der Nachname von Ronny: Speckmann. Die Kombination von Vor- und Nachname brachte mich immer wieder zum Schmunzeln. 

Mein persönliches Highlight war eine verzwickte Anreihung von Ereignissen, die mit dem Verzehr von Weltraum-Hotdogs begannen und mit der Flucht von einem Kriegsschiff endeten. Das war genial. Hab mich erstmal nicht mehr einkriegen können.

Fazit:


Himmelfahrt mit Hyperspeed ist definitiv ein echtes Leckerli für jeden Leser, der sein Science Fiction auch gerne mal mit ein wenig Humor aufpeppt. Es stimmt gefühlt alles in diesem Buch. Die Mischung der Charaktere, die Ernsthaftigkeit des Ganzen und die humorvollen Einlagen, die das Buch zur richtigen Zeit auflockern. Ich hatte definitiv meinen Spaß mit diesem Buch und bin mir sicher, ihr werdet ihn auch haben. 

[Rezension] Niani - Der Schnneekrieger

Autor/in: I.G. Nikolov
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 342
Erhältlich: Amazon
ISBN: 
978-3944359359
Preis:14,90 € (Taschenbuch), 4,99 € (eBook)

Erscheinungsdatum: 01. November 2018









Klappentext:


Vier Stämme haben sich einst am Vierweltenfluss getrennt. Überlebt hat nur der Stamm der Uhala. Den eisigen Winter über suchen sie Schutz in Höhlen, und alle paar Jahrhunderte löscht eine Sonneneruption das Leben an der Oberfläche ihres Planeten aus. Der nächste Sonnensturm droht so heftig zu werden, dass nicht einmal unter der Erde ein Überleben möglich ist. Die fähigsten jungen Männer und Frauen werden auf eine gefährliche Reise zur dunklen Seite des Mondes geschickt, um das Überleben des Stammes zu sichern. Unter den Reisenden ist der junge Krieger Niani. Er soll die zukünftige Herrscherin Eleani begleiten und hat geschworen, sie zu beschützen. Doch er hasst diese Frau und die Gesetze seines Stammes, in dem die Frauen das Sagen haben.

Was Ray dazu schreibt:


Irgendwo, auf einem weit entfernten Mond lebt der Stamm der Uhala. Hier haben die Frauen die Hosen an und bestimmen, wie gelebt wird. Niani, ein junger Krieger des Stammes, hat davon die Nase gestrichen voll. Als er dann auch noch Eleani, die zukünftige Herrscherin des Stammes begleiten und beschützen soll, könnte sein Verhalten nicht ambivalenter sein. Einerseits hasst er diese Frau aus ganzem Herzen, andererseits schwört er, sie zu beschützen.

Und je mehr Seiten ich umblätterte, desto größer wurde meine Faszination für das Buch. Es mag an einigen Stellen vielleicht ein wenig langatmig sein, doch die Autorin lässt diese winterliche Welt ... diesen winterlichen Mond vor dem inneren Auge des Lesers entstehen, so gut ist alles beschrieben und ausgeschrieben worden. Außerdem lernt man eine völlig fremde Kultur kennen, die ihren eigenen Regeln und Lebensweisen folgt und mit den unwirtlichen Lebensbedingungen zu kämpfen hat.

Unterwegs werden Entscheidungen getroffen, Gefühle kultiviert und allerlei nicht freundlich gesinnten Lebewesen getrotzt. Es wird spannend, gefühlvoll und man fiebert unweigerlich mit der Gruppe rund um Niani und Eleani mit. 

Pluspunkte gibt es für die massiven Charakterentwicklungen, denn kein Charakter denkt und handelt am Ende wie noch zu Anfang. Gerade Niani reift auf dieser Reise heran, erkennt seinen Platz in der Welt und beginnt, viele Begebenheiten zu verstehen, die ihm vorher nicht in den Kram passten.

Fazit:


Wer auf der Suche nach einem Fantasyabenteuer ist, das einen in eine fremde Welt entführt und auch viel Stoff zum Nachdenken bietet, ist bei diesem Buch richtig. Es bietet einfach alles, was ein gutes Buch in diesem Genre ausmacht. Eine spannende Handlung, interessante Charaktere und eine wunderschön beschriebene Umgebung, die ihres Gleichen sucht. 

Samstag, 29. Dezember 2018

[Rezension] Der verrückte Stan

Autor/in: Richard Laymon
Genre: Horror&Thriller 
Seitenzahl: 512
Erhältlich: Festa Verlag 
ISBN: 
978-3-86552-705-9
Preis: 14,99€ (Taschenbuch)

Erscheinungsdatum: 12. Dezember 2018

Stephen King: »Wer sich Laymon entgehen lässt, verpasst einen Hochgenuss.«

Dean Koontz: »Laymon treibt es immer auf die Spitze. Keiner schreibt wie er, und seine Bücher bereiten immer wieder großes Lesevergnügen.«

Jack Ketchum: »Ich habe jedes Buch von Richard Laymon verschlungen - schlaflos, atemlos!«




Klappentext:


Wie böse deine Fantasie auch sein mag – die von Richard Laymon ist schlimmer!

Schleicht der verrückte Stan nachts wirklich durch die Straßen und sucht nach unverschlossenen Türen? Und falls er eine findet? Kommt er dann ins Haus?

23 bitterböse Erzählungen des amerikanischen Kult-Autors. Für Thriller-Fans ein Muss.

Was Ray dazu schreibt:


Wenn sich drei Horrorikonen so positiv über die Werke Laymon's äußern, brauche ich doch nicht mehr viel rezensieren, oder?

Naja, ich kann schließlich meine freie Meinung dazu äußern.

Ich habe mich einen Abend lang durch die 23 Erzählungen gefressen und war recht entzückt. Hier bekommt jeder sein Fett weg. Jugendliche, Hexen, Diebe und Kindermädchen werden hier zur literarischen Schlachtbank gebeten und kommen auf meist skurrile Art und Weise um. Eine Burg irgendwo in Kalifornien, von der noch jemand was gehört hat? Die Legende einer lebenden haarigen Hand, die von einem unbekannten Dritten gesteuert wird? Eine Seejungfrau, die dir deine Männlichkeit nimmt? Eine Frau auf einem Rachefeldzug? DAS ALLES, UND NOCH VIIIIEEEEL MEEEEEEHR, ... erwartet euch in diesem wunderbaren Buch.

Das Cover passt zum Buch und der namensgebende verrückte Stan erinnert mich zwar ein wenig an ein Slenderman-Cosplay, allerdings ist seine Geschichte dafür umso besser. Teilweise sind die Plottwists echt wunderbar inszeniert und entlockten mir ein dickes Schmunzeln, obwohl die Geschichte abartig und brutal war. 

Meine persönlichen Highlights sind "Der verrückte Stan", "Stickman", "Der Junge, der Twilight Zone liebte" und "Gutenachtgeschichten". Alleine diese vier Kurzgeschichten sind den Preis des Buches wert. 

Fazit:


Der Autor ist ein fantasiereiches Kerlchen, das muss ich ihm lassen. Selten habe ich so perfide Abgänge erlebt, wie in diesen Kurzgeschichten. Ihr habt eine regnerische Nacht vor euch, eine kuschlige Decke oder einen weichen Sessel, eine Tasse heißen Tee oder Kakao? Dann schnappt euch dieses Buch und achtet auf eure Türen und Fenster, denn man weiß nie, wer oder was tatsächlich da draußen lauert.

Donnerstag, 27. Dezember 2018

[REVIEW] The Bridge & The Abyss

Interpreten: Jedi Mind Tricks
Genre: Rap
Länge: 00:57:23
Erhältlich: Amazon, iTunes
Label: Enemy Soil (Groove Attack)
Erschienen: 22. Juni 201
8










Review


Ich hatte schon länger ein Auge auf dieses Album geworfen, allerdings war mein 2018 ein ereignisreiches, sodass ich es auch oft aus den Augen verloren habe. Dann kam die Weihnachtszeit und - dank meiner besseren Hälfte - lag es unter dem Weihnachtsbaum.

The Bridge & The Abyss ist das neueste Album der Rap Veteranen Jedi Mind Tricks und ihr insgesamt neuntes Album innerhalb von 21 Jahren - von den Solo-Veröffentlichungen mal abgesehen. Frontman Vinnie Paz ist ein absolutes Arbeitstier und veröffentlichte direkt im September diesen Jahres sein viertes Solo-Album The Paincollector 

Wenn man sich ein Album von Jedi Mind Tricks kauft, weiß man was man bekommt. Aggressive, lyrische Meisterwerke (man merkt, dass Vinnie über die Jahre besser und zu seinem Meister seines Fachs geworden ist), voller Leidenschaft auf ausgezeichneten und passenden Beats von Producer Stoupe. Ein erfolgreiches Konzept, das auch dieses Mal funktioniert. Allerdings gibt es auch einige Interludes, die intensiven Songs und knallende Härte dieses Albums entschärfen sollen, allerdings lenken sie ein wenig zu sehr vom Gesamtkonzept ab. Das ist auch die einzige Sache, die mich am Album an sich stört. 

Die Mehrheit der Beats passt einfach wie Arsch auf Eimer und bringen den inneren Headbanger in mir heraus, die Features passen ebenfalls wunderbar auf das Album, wobei insbesondere Czarface, Eamon und Sean Price auf ganzer Linie überzeugen können . What She Left Behind ist mein trotz der realitätsnahen Traurigkeit einer meiner absoluten Favoriten auf diesem Album, Certified Dope bringt hingegen einen fetzigen Rockbeat mit sich und Hell’s Henchman knallt mit dem wohl brutalsten Beat auf diesem Album durch die Lautsprecher.

Fazit 


Jedi Mind Tricks veröffentlichten mit The Bridge & The Abyss ein weiteres geniales Album, mit knallharten Inhalten und ebenfalls knallharten Beats. Ein paar Interludes weniger hätten dem Album zwar nicht geschadet, allerdings tragen die Live-Instrumente und herbeigeführte Veränderung der Geschwindigkeit auch ihren Part mit auf diesem Album. Meines Erachtens gab es KEINEN Song auf dem Album, der nicht gepasst hätte und der ausgelassen werden müsste. Von Anfang bis Ende ein purer Genuss!